Neumond im Dezember 2015 – Der Weg zum Glück

Am 11. Dezember 2015 um 11:29 MEZ bildet sich ein Neumond auf 19°02 Schütze. An dieser Stelle steht der Neumond im Quadrat zur Jupiter-Chiron-Opposition, die zwar nicht exakt ist, die sich aber im Laufe der nächsten Monate noch zweimal bildet. Der Neumond steht außerdem in günstigem Winkel zur Mars-Uranus-Opposition, die allerdings selbst ein T-Quadrat zu Pluto bildet. Der Neumond ist somit der Verbindungspunkt der beiden Spannungsfiguren.

Ganz stark dürfte das Uranus-Pluto-Mars-T-Quadrat wirken. Mars löst dabei das Uranus-Pluto-Quadrat, dass nun schon seit 2012, mit Vorläufern schon seit 2008 aktiv ist. Es nähert sich im Januar noch einmal auf 1° an, bevor es sich dann endlich löst. Hier werden Fakten geschaffen. Spannungen mögen so stark geworden sein, dass sie sich plötzlich und abrupt Bahn brechen. Es ist eine explosive Zeitqualität. Nicht umsonst gibt es gerade einige spektakuläre Vulkanausbrüche zu verzeichnen, der Momotombo in in Nicaragua und der Etna auf Sizilien (Titel des Videos: Heaven and Hell = Uranus und Pluto!):

NM1215Der Schütze-Neumond steht dazu also in günstigem Winkel. Neumond bedeutet, die Gefühle (Mond) sind durch die Sonne „verbrannt“. Während ein Vollmond sehr gefühlsbetont sein kann, und eher die menschlichen Instinkte weckt, so weckt der Neumond eher die Vernunft (Sonne). Schütze-Vernunft ist dazu noch vorausschauend. Der Schütze hat einen weiten Horizont und kann aus der Vergangenheit lernend die Zukunft gestalten. Er betrachtet nicht nur seine eigene kleine Welt, sondern auch die seiner Nachbarn, seiner Gesellschaft, ja sogar die von weit entfernten Gemeinschaften. Geostrategie und Geopolitik fallen in sein Ressort. Kein Zeichen ist per se gut oder böse. Entsprechend sind Strategie und Politik auch abhängig von den Ansprüchen dessen, der sie betreibt.

Mit Mars in der Waage kann man eine „Diplomatie der Stärke“ erwarten, nicht eine politische Diplomatie, die nur auf Verhandlungen setzt. Oder andersherum: ihm ist es lieber, aus einer Position der Stärke verhandeln, um den eigenen Argumenten Gewicht zu verleihen. Aus dieser Position kann man dann wieder so jovial und generös sein, wie es der Schütze gern ist.

Vertrauen ist auch eine Schütze-Eigenschaft, die der Neumond jetzt abruft: auch wenn die Welt in Schutt und Asche zu fallen droht, werden sich daraus neue Möglichkeiten ergeben, an die man bisher vielleicht noch nicht gedacht hat. Auch wenn das Loslassen des Alten, Bekannten schwer fällt (Pluto im Steinbock), so ist das scheinbar entstehende Chaos doch Voraussetzung für etwas grundlegend Neues. Es ist wie der Feuervogel, der sich regelmässig selbst verbrennt (also vollständig zerstört), um dann wie Phoenix aus der Asche wieder aufzusteigen. cocoon-39353_1280In der Monatsvorschau für Dezember sprach ich von der Verpuppung der Raupe, aus der sich dann der Schmetterling bildet, aber erst, nachdem die Zellstruktur der Raupe innerhalb des Kokons vollständig aufgelöst wurde. Aus dieser Ursuppe wird sich dann der Schmetterling herauskristallisieren. Da das in jedem Kokon in gleicher Weise passiert, muss man von einem dahinterstehenden Bauplan ausgehen. Einer Art göttlichem Plan, auf den man sich vollständig verlassen kann. Und muss! Davon jedenfalls spricht der Neumond.

CU-UY78W4AA2Ff1Mundan müssen wir uns ja zur Zeit darauf verlassen, dass dem endgültigen Chaos im Nahen Osten irgendein Plan zugrunde liegt, sonst kann man ja kaum noch aushalten, die Nachrichten zu hören. Vielleicht gibt es auch keinen und jeder kämpft gegen jeden. Dann muss man auf das Menschsein an sich vertrauen. Darauf, dass sich, spätestens wenn kein Stein mehr auf dem anderen steht, aus der Asche ein Phoenix erhebt. Möge der uns wohlgesonnen sein und kein noch größeres Terrorkalifat. Die Vergangenheit hat zumindest gezeigt, dass Bomben nur noch mehr Terroristen züchten, egal wer die abwirft. Letzten Endes geht es aber in jedem Fall um eine Neuordnung der Region, das wird man wohl akzeptieren müssen, wie auch immer das am Ende aussieht. Dass so etwas nicht ohne Krieg, Millionen Tote und noch mehr Vertriebene vonstatten gehen kann, auch nicht im 21. Jahrhundert, dafür kann sich die Menschheit schon mal schämen gehen.

Genau das (Grenzen und ihre Opfer) ist auch durch die Jupiter-Chiron-Opposition angezeigt, ich empfehle die Monatsvorschau für Dezember, da habe ich etwas ausführlicher darüber geschrieben. Und das wird nicht das letzte Mal sein, denn der Aspekt bleibt uns ja noch bis weit in das kommende Jahr erhalten.

Der Neumond im angespannten Fokus dieser Opposition zeigt auch wieder an, dass Ideologie zur Triebfeder der Auseinandersetzungen wird. Ich sage mit Absicht Ideologie und nicht Religion, denn Religion ist zunächst erst einmal etwas sehr privates, spirituelles. Wird diese aber zur Ideologie hochgepuscht, dann kann sie für Machtzwecke und Ausreden für Krieg ausgenutzt werden. Ideologien sind aber zum Beispiel auch Atheismus, Säkularismus, Demokratieexport mit Waffengewalt, der neoliberale Kapitalismus, Sozialismus, Kommunismus… (Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

shield-330342_1920Auch im privaten Bereich kann man sich schon einmal ideologisch festfräsen und hat dann nur noch wenig Spielraum, auf den Anderen zuzugehen. Dann steht jeder auf seiner Seite des Zauns und wütet. Oder grummelt. Und leckt seine Wunden. Eine gern genommene Ideologie ist zum Beispiel, dass man glaubt, von sich auf andere schließen zu können. Oder dass diese Anderen sich doch in dieser oder jener Art und Weise verhalten „sollten“. Weil man selbst so denkt. Oder „man“ so denken „sollte“. Das ist immer fatal. Denn kein Mensch denkt und fühlt wie der andere. Manche Menschen (Soziopathen) fühlen sogar gar nichts. Ohne dass sie etwas unterdrücken. Wenn man da nun auf seinem Standpunkt beharrt, beißt man auf Granit und sich die Zähne aus. Da hilft nur akzeptieren und loslassen. Wieder runterfahren und zu sich selbst zurückfinden. Den anderen kann man nicht ändern. Aber man kann für sich und sein eigenes Wohlbefinden sorgen, ohne den anderen unter die eigene Ideologieknute zu bringen. In dem Sinne steht Religion für die Rückbindung (re-ligio) an sein höheres Selbst. Oder an das Göttliche in uns, wem das besser gefällt. Ich erinnere in diesem Zusammenhang noch einmal an das Zen-Bogenschießen des letzten Vollmondes inmitten der Entropie!

Chiron zeigt Schwachstellen an, die schon immer da waren, aber dann, wenn er ausgelöst wird, bewußt werden. Das ist oft mit peinlichen Erkenntnissen und Einsichten verbunden. Fehlt die Einsicht, bleibt die Wunde dauerhaft erhalten. Wenn man sich also gerade als Opfer der Zaunsteherei von Jupiter in der Jungfrau fühlt, hilft es vielleicht, sich an die eigene Nase zu fassen. Vielleicht sind die eigenen Ansprüche einfach zu hoch oder unrealistisch. Wenn das so ist, kann man einfach weggehen vom Zaun und sich seinem eigenen schönen Garten zuwenden, der durch das ewige Grenzgefecht ganz vernachlässigt (Chiron) wurde. Sich um den eigenen Garten zu kümmern wäre eine schöne, positive Entsprechung Jupiters in der Jungfrau. Im angespannten Verhältnis aber (T-Quadrat) kommt das Trennende in den Vordergrund. Jungfrau sortiert gern und hat gern Schubladen für alles. Und im unerlösten Zustand eben auch ideologisch umkämpften Maschendrahtzaun

training-828726_1920Die eigene Ideologie kann für Trennung und Schmerz sorgen. Und wenn man nicht aufpasst, bzw. das Ganze unbewusst angeht, schiebt man die Schuld (Jungfrau!) dafür gern dem anderen in die Schuhe. Damit wird der Schlamassel nur noch schlimmer, nie besser. Man sollte da den anderen quasi wie ein Spiegelbild betrachten (Zwillinge gegenüber dem Schütze-Neumond), dann sieht man seine eigenen „Vergehen“ wie auf einer Theaterbühne vorgeführt.

Gegenüber dem Neumond, im Zwilling, also da, wo man die eigene Ideologie gespiegelt bekommt, steht der Asteroid Chaos. Sehr interessant! Chaos meint nicht nur Unordnung und Durcheinander, wie wir den Begriff heute verwenden, sondern ursprünglich das Nichts, den Urzustand der Welt, aus der sich all das, was wir sehen erst gebildet hat. Hier fügt sich die Asche des Vogels Phoenix nahtlos ein. Zurück zu den Ursprüngen. Die Ursuppe in der Schmetterlingspuppe. Daraus entspringt, geläutert und frei von den alten ideologischen Zwängen, der Feuervogel. Der Schmetterling. Aber ohne Loslassen, ohne Einlassen auf das (vermeintliche) Nichts, ohne Zerstörung der alten Vorstellungen, geht es nicht.

Fortuna_or_FortuneAuf der anderen Seite: der Neumond ist eingerahmt von den Asteroiden Fortuna und Abundantia, den Göttinnen des Glücks und des Überflusses. Beide sind Trägerinnen des Füllhorns, aus dem sie großzügig (Schütze) zuteilen können. Fortuna aber beherrscht auch das Rad des Schicksals. Je nachdem wo man sich daran festhält wird man hoch hinaus oder aber tief hinab befördert. Ganz so zufällig ist die Zuteilung von Glück nämlich gar nicht: vor allem wer sich an etwas festbeißt, nicht loslassen kann, der läuft Gefahr, regelmäßig hinauf und wieder hinabbefördert zu werden. Wer aber loslassen und sich nach innen wenden kann, seinem höheren Selbst zu, durch Achtsamkeit und innere Stille, der wird von dem Schwungrad gar nicht betroffen. Der befindet sich sozusagen im Zentrum. Im eigenen und im Zentrum der ewigen Kreisläufe. Dort angekommen, „re-ligio“, zurückverbunden, versiegt das Füllhorn nie.

Nicht einfach, ja? Es ist wie das Kamel, dass durch das Nadelöhr gehen muss. Oder bemühen wir wieder den Geburtsvorgang. Loslassen und darauf vertrauen, dass dort, wo man dann ohne seine ideologische Rüstung, ohne sein gewohntes Weltbild, ankommt, man immer noch da ist. Aufgehoben im Sein. Es ist ja nicht Nichts, in das man fällt, auch wenn es so scheinen mag. Das kann sehr überraschend sein. Und erleichternd. Im Nachhinein mag man sich fragen, wieso man so lange an etwas festgehalten hat, dass eigentlich nur Probleme oder gar Schmerzen verursacht hat.

Venus steht in sehr genauem Trigon zu Neptun, der wiederum im Quadrat zu Saturn steht, und das noch bis weit in das kommende Jahr hinein. Venus im Skorpion kann schlecht loslassen, zumal sie bald auch noch ins Sextil zu Pluto gehen wird. Sie kann, zusammen mit Neptun, durchaus manipulativ sein. Und sie neigt dazu, sich selbst etwas vorzumachen. Wer sich unter solchen Aspekten verliebt, mag glauben, der/die Angebetete sei der schon immer gesuchte Seelenpartner. Es scheint alles perfekt zu stimmen. Man fühlt eine machtvolle Anziehung, geradezu magisch. Man ahnt es schon: mit Saturn im Verbund wird sich dies nur schwer realisieren lassen. Er wird Illusionen platzen lassen. Skorpion-Venus wird aber lange versuchen, an ihnen festzuhalten. Vielleicht gerade WEIL sie sich so zu entziehen drohen. Was man nicht haben kann, scheint ja gerade deshalb umso attraktiver. Das muss sich aber nicht nur auf Geliebte beziehen, es kann sich genauso auf andere Werte beziehen. Venus heißt auch das kleine Glück. Jupiter wäre dagegen das große. Dies ist also wieder ein Hinweis auf das tiefe, große Glück, dass sich nur einstellen kann, wenn man seine vordergründigen Ziele loslässt (Neptun).

Ich kenne diese tief empfundenen Leidenschaften. Sie sind bittersüß. Man möchte keine Sekunde missen, und doch kann es zutiefst schmerzen, wenn sie nicht erwidert werden. Das ruhige Zentrum des Glücksrades, das unbeeindruckt ist von den Stürmen des Lebens, erscheint einem dagegen lau und fad. Wer diesen inneren Ort aber einmal gefunden hat, und zudem noch weiß, wie man ihn immer wieder erreichen kann, der kann sich sogar auf solche Leidenschaften einlassen, wohl wissend, dass sie auch wieder ein Ende haben. Das Rad dreht sich eben immer weiter. Nur das Zentrum ist beständig.

Das sabische Symbol des Neumonds lautet: MÄNNER SCHNEIDEN AUS EINEM ZUGEFRORENEN TEICH EIS FÜR DEN SOMMER.
vintage-710456_1920Dies ist ein sehr vorausschauender Akt. Und eine Kulturleistung. Auch dafür steht der Schütze. Speziell im Zusammenhang der bisher besprochenen Aspekte fällt mein Augenmerk auf das Eis, das sich zwar bis in den Sommer konservieren lässt, aber irgendwann eben doch schmelzen wird. So werden Ideologien, vor allem radikale, auch vergehen. Wie das Glücksrad eben auch abwärts befördert. Wie der Wechsel der Jahreszeiten, so geht es auf dem Rad auf und ab. Wenn man das erkannt hat, kann man entsprechend vorsorgen und vorausschauen. Und konstruktiv mit dem steten Wechsel leben, statt versuchen sich dagegen stemmen zu wollen.

Die Tageskarten des Neumonds sind „der Kaiser“, „der Tod“ und „der Narr“.

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„Das Glück“ mit der Abbildung des Schicksalsrades wäre jetzt witzig gewesen, aber es passt auch so sehr gut: der Kaiser steht für starres Festhalten an Ideologie und Macht, der Tod erwartet, dass man diese loslässt, und der Narr zeigt, wie frei und unbeschwert man ohne sie leben kann, aus sich selbst heraus, unabhängig von festen Vorstellungen!

maj00Oh! Und der Narr droht ja beständig in den Abgrund zu stürzen, weil er nicht auf den Weg achtet. Das bringt uns zurück zu dem Asteroiden Chaos, gegenüber dem Neumond: Chaos bedeutet etymologisch ursprünglich „klaffender Raum“, „gähnende Leere“! Der Narr hat vor dieser Leere keine Angst. Es ist die Leere, in die man zu sehen glaubt, wenn man sein ideologisches Weltbild loslassen soll. Aber es stimmt nicht, vieles im Äußeren mag zwar verlorengehen, aber der innere Kern, unser Selbst bleibt uns immer erhalten!

Neumond ist immer ein guter Moment für einen „Reset“. Dieser sogar ganz besonders! Ich finde, inmitten all des chaotischen Treibens in diesen Zeiten bietet er einen wunderbaren Ansatz für neue Zielsetzungen. Über die kann man sich in den kommenden Tagen Gedanken machen, und wenn die Mondsichel wieder am Himmel erscheint, kann man beginnen, sie in die Tat umzusetzen.

Spannend ist immer ein Blick auf das eigenen Horoskop: wo fällt der Neumond hin, berührt er Radix-Planeten? In welches Haus fällt er? Wo ist das Nadelöhr zum Glück? 🙂 Wer gern mehr darüber erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, eine individuelle Beratung bei mir zu buchen!

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Wer mag, darf mir gern direkt eine kleine Spende für meine Artikel zukommen lassen, ich freue mich über jeden noch so kleinen Betrag und schreibe dann gleich noch viel begeisterter!

Über das Thema Glück gibt es ja jede Menge Bücher! Wer mehr darüber lesen möchte, hier eine kleine Auswahl:

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2 Gedanken zu “Neumond im Dezember 2015 – Der Weg zum Glück

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