Venus ist Rückläufig – Rückbindung an die Quelle

Venus ist seit einiger Zeit rückläufig. Bis Mitte April bleibt das auch noch so.

Sie durchstreift die Grade von 13° Widder bis 26°55 Fische noch einmal im Rückwärtsgang. Natürlich nur von der Erde aus betrachtet, eine optische Täuschung, denn von der Sonne aus betrachtet geht alles seinen normalen Gang. Von uns aus betrachtet trifft Venus im Rückwärtsgang auf die Sonne (am 25.3.) und wird dabei vom Abendstern zum Morgenstern.  Für einige Zeit ist sie gar nicht am Himmel zu sehen. Sie ist, in Bildern gesprochen, entweder von der Sonne verbrannt oder in die Unterwelt gefahren, aus der sie dann geläutert wieder hervortritt.

Venus dreht diese Schleifen mit schöner Regelmässigkeit. Ihre Bahn, in Kombination mit der der Erde ergibt zuerst ein Herz und dann eine achtstrahlige Blüte. planeten-3derde-venus-schleifen-heliozentrischÜbersetzt bedeutet dies, dass Venus alle acht Jahre wieder an derselben Stelle im Tierkreis ihre Schleife dreht. Man kann also versuchen, die Qualität der Zeit vor genau acht Jahren in Erinnerung zu bringen, das könnte einen Anhaltspunkt geben, was einen dieses Jahr erwartet.

In jedem Fall ist die Zeit der Rückläufigkeit eine Zeit der Revision. Man startete voller Elan (Venus in den Widder!) auf ein bestimmtes Ziel zu, und dann… macht Venus eine Vollbremsung und Kehrtwende…

Vielleicht hat man sich vorgenommen, einen bestimmten Mann haben zu wollen. Er erscheint als das perfekte Gegenstück und das Ziel jeder Sehnsucht und Begierde. Und dann trifft man plötzlich jemand ganz anderes, der völlig andere Werte verkörpert. Der ist vielleicht auch gerade (noch) nicht zu haben, hat aber etwas entscheidendes gezeigt: die Ziele der Venus bedürfen dringend der Revision!

Es muss sich nicht um einen Geliebten handeln, es kann auch ein anderes mit der Venus assoziiertes Objekt der Begierde handeln. Etwas Schönes im Leben. Schmuck, Schönheit, Geld, Freizeit, Harmonie, Selbstverwirklichung, Anerkennung…

106836-liebendenDer Umkehrpunkt der Venus befindet sich auf dem Tierkreiszeichen mit dem sabischen Symbol: „Eine Schlange windet sich in der Nähe eines Mannes und einer Frau.“. Verführerische Gedanken kommen da doch gleich an die Oberfläche. Das Paradies so nah, man ist schon dort, am Ort der Erfüllung, und doch? Die Schlange im Paradies wollte von Adam und Eva, dass sie die Früchte vom Baum der Erkenntnis essen.  Als sie dies taten, erkannten sie ihre  Gegengeschlechtlichkeit und damit das Begehren, Begierde, Erotik, Sinnlichkeit – aber auch alle anderen, schwer überbrückbaren Gegensätze. Und Erotik (die ursprünglich nur eine zärtliche Komponente hatte) und Sinnlichkeit haben fortan irdische Konsequenzen: man kann Kinder zeugen.

41bpaimosxl-_sx353_bo1204203200_Die Schlange im Paradies, die sich neben dem Paar windet, weckt natürlich sofort Assoziationen zu Lilith.  Lilith. Durch ihre Schleife trifft Venus tatsächlich dreimal im Trigon auf Lilith. Im Februar noch aus den Fischen heraus in den Skorpion. Da ist die Schlange! Venus in den Fischen ist asexuell, spirituell, transzendent, indifferent, indolent. So wie der paradiesische Urzustand des Paares vor dem Genuss der durch die Schlange angebotenen Frucht. Lilith im Skorpion dagegen ist genau diese Schlange. Sie kennt die Unterwelt, die Welt der Schatten, der Begierden und Sehnsüchte, in die Venus sich durch ihre Rückläufigkeit jetzt begibt. Lilith ist ein Psychopompus, ein Führer der Seelen durch die Unterwelt.

Venus stand bei der ersten Begegnung mit Lilith auf dem sabischen Symbol „Ein Prisma“, Lilith auf „Eine Indianer-Squaw fleht den Häuptling um das Leben ihrer Kinder an.“. Das Prisma, das das Licht in seine Farben zerlegt, streut dieses, und ist vielleicht ein Bild für Zerstreutheit und Ziellosigkeit (Fische). Es scheint so tändelhaft, hübsch und oberflächlich – man denke an Brillanten und Diamanten, die auch prismatische Effekte haben. Gut jedenfalls, licht und geachtet. Lilith dagegen ist schon in der skorpionischen Unterwelt und fleht um das Leben ihrer Kinder. Inanna und Ereshkigal erscheinen vor dem inneren Auge: Ereshkigal betrauert den Tod ihres Ehemannes und Iannna will zu ihr in die Unterwelt hinabsteigen und sie trösten. Ihre Brillies und schönen Kleider muss sie aber beim Abstieg nach und nach ablegen, bis sie ganz und gar nackt und schutzlos vor Ereshkigal steht. Und diese macht mit ihr kurzen Prozess… Aber dazu später mehr.

Die Unterwelt ist die Welt der Schatten. Schatten müssen gar nicht mal böse und traumatisch sein. Im Schatten liegen könnte zum Beispiel Sinnlichkeit und Erotik, weil man sich selbst weismachen will, dass man daraus längst entwachsen ist. Es mag sein, dass man in einer erkalteten Beziehung lebt (Prisma, Brillianten), die zwar äußerlich noch ganz gut aussieht, aber das gegenseitige Begehren ist erloschen. Auch dann ist man empfänglich für die Einflüsterungen der Schlange..

Das Trigon zur Erkenntnisbringerin Lilith ist ein entspannter Aspekt. Sie hilft hier ganz unspektakulär und weckt Sehnsucht und Begehren von neuem.

3752003_m3t1w624h350v46977_dsc_0160Der Tierkreisgrad kurz vor der Umkehr der Venus, auf dem sie Ende Februar langsam abgebremst und dann auch wieder rückwärts beschleunigt hatte und daher dort länger verweilte, hat das sabische Symbol: „Eine Bombe, die nicht explodierte, ist nun sicher verborgen“. Ein Hinweis darauf, dass noch immer Potenzial da ist, es ist nur sicher verborgen. So wie die Schlange den Liebenden noch verborgen ist.Rohrkrepierer fällt mir noch dazu ein: der erste Anlauf der Venus in den Widder lässt sie noch nicht wie erwartet zur Tat schreiten: das Einfordern ihrer Anerkennung ist zunächst einmal gescheitert. So wie Inanna ihre göttliche Macht in der Unterwelt, bei Ereshkigal, nicht einsetzen kann.

w66_cap_pilotGenau zum zentralen Kreuzungspunkt der Venus mit der Sonne bildet sich das zweite Trigon, diesmal von Lilith im Schützen zur Konjunktion von Venus und Sonne auf 4°57 Widder am 25. und 26. März 2017. „Ein Dreieck mit Flügeln“ das sabische Symbol der Sonne/Venus und „Eine alte Eule hoch oben im Baum“ owl-50267_1280das von Lilith. Gemeinsam sind den beiden Symbolen die Flügel. Das Dreieck mit Flügeln ist ein Abzeichen der zivilen Luftabwehr, die die drei Küsten der USA im zweiten Weltkrieg geschützt hatte. Eine Eule ist nachtaktiv, ein Raubtier und mit Weisheit assoziiert, weil sie so schlau schaut. Man hört ihren Flug nicht, das macht sie unheimlich. Genau wie ihre Schreie. Man bekommt hier irgendwie das Gefühl, Venus versteckt sich hinter der Sonne, die sie gegen Liliths Raubzüge mit ziviler Luftabwehr schützen soll… Der Kopf, der Geist, die Gedanken, das Ego setzen ein (Sonne), und wollen die Geister vertreiben, die Lilith gerufen hat. Gemeinsam ist beiden Symbolen auch das aufmerksame Beobachten und sammeln von Information, Aufklärungsbildern und Koordinaten. Ein Rückzug (der Venus), um sich zu sammeln, neu zu orientieren und eine weise Entscheidung zu treffen, die einen größeren Horizont miteinbezieht.

church-801724_960_720Der Wendepunkt, an dem die Venus wieder direktläufig wird (am 15. April 2017), der tiefste Punkt ihrer Unterweltsreise , befindet sich auf 26°55 Fische, das sabische Symbol: „ein Septembervollmond“. Hier trifft Venus auf Chiron, der dieses Jahr ein dreifaches Stelldichein mit Saturn im Quadrat dazu hat. Auch Venus quadriert Saturn dreimal. Zweimal steht sie dabei auf „Ein fruchtbarer Garten im Lichte des Vollmonds.“  und Saturn steht vor dem galaktischen Zentrum auf „Eine alte Brücke über einen wunderschönen Bach.“ (Anfang und Ende April 2017, kurz vor und nach dem Tiefpunkt). Auf diesen Tierkreisgraden löste auch die Sonne diese Konstellation (Chiron, Saturn, Venus) Mitte März aus.

Zunächst einmal passen die Bilder des mondbeschienenen (Paradies-?)Gartens gut zu den bisherigen Bildern. Septembervollmond markiert das Ende der Vegetationsperiode, die Ernte, also den Abschluss eines Abschnitts, einer Periode, der Fruchtbarkeit. Er vollzieht sich unter Schmerzen und Leid (Chiron). Dennoch ist er ein Neuanfang, denn das galaktische Zentrum bedeutet sowohl den Anfang als auch das Ende der Materie. Ein schwarzes Loch, aus dem alles kommt, und in das alles zurückstürzt.In gewisser Weise die Quelle.Eine unendliche Quelle der Kreativität.

Fische und Schütze sind die beiden Zeichen, aus denen Chiron und Saturn sich heraus begegnen, beides Glaubenszeichen. Hier wird also der Glaube herausgefordert, die Glaubenssätze. Das galaktische Zentrum hat dazu unendlich viel beizusteuern. Es ermöglicht ganz neue Sichtweisen, Perspektivwechsel, mit denen man Probleme auf ganz unerwartete Art lösen kann.

Vielleicht fühlt sich der eine oder andere zu alt für den Antrag von Lilith und Venus und fühlt sich nicht mehr schön genug.  Eine narzisstische Kränkung, vor allem bzw. nur des Egos. Dem könnte man mit Schönheitschirurgie begegnen, aber das wären ja nur die altbekannten Mittel. Liebe ist nicht mit Schönheit korreliert. Das behaupten nur die einschlägigen Sendungen und Journale, die damit Geld verdienen, und das Ego fällt gern darauf herein, versprechen die vorgeschlagenen Maßnahmen doch Macht. Macht über die eigene Erscheinung und darüber wiederum auf andere Menschen.

Wer hatte das nur gesagt: „wenn man es lange genug betrachtet, ist jedes Gesicht schön“ oder so ähnlich. Ist es doch ein äußerer Ausdruck der Seele, des Selbst. So gesehen sollte die Inspiration des galaktischen Zentrums über Saturn und Chiron uns Selbstvertrauen schenken können – wenn wir es annehmen. Vertrauen, auch eine Qualität, die beiden Zeichen, Fische und Schütze eigen ist. Vertrauen, auch mit den Verletzungen des Chiron weiterleben und (uns und andere) sogar wieder lieben zu können. Vielleicht sogar erstmalig im Leben ohne störenden Einfluss des narzisstischen Egos, das immer nur Bestätigung von aussen braucht und sucht und damit der echten Herzensliebe kolossal im Wege steht.

Wenn es nicht die schwindende Schönheit ist, muss man vielleicht mit sich kämpfen, weil man an einer äußeren Situation festhalten will, die sich anderweitig überlebt, mit der man sich aber langezeit sehr identifiziert hat. Eine Beziehung, eine Rolle in der Familie, eine Arbeit, eine Wohnung, eine Lieblingsbeschäftigung, Geld…

Zunächst ist in dem mondbeschienenen Garten noch Nacht. Die dunkle Nacht der Seele. Depression wird so bezeichnet. Septembermond, die Felder sind leer, abgeräumt. Es gibt erst einmal keine Bezugspunkte mehr. Wie in dem schwarzen Loch. Bleischwer wiegt das Leben. Und doch ist es hier am konzentriertesten und im Begriff sich neu zu entfalten.  Gedanklich oder gar mit altbewährten Mitteln lässt sich hier nichts mehr lösen. Man muss durch diese Talsohle hindurchgehen, mutig und voller Vertrauen darauf, dass aus dem tiefsten Inneren, aus dem zutiefst unbewussten Unterbewusstsein die Lösung kommt.

Das Ego kann hier nichts tun, es ist machtlos, ohnmächtig. Das schmerzt zutiefst.  Veränderung, Ungewissheit, Vergänglichkeit, Verlust, Tod, alles keine Themen für das Ego und nichts, was man gedanklich lösen könnte. Man muss innerlich ganz still werden, um das Neue, dass sich daraus unweigerlich entwickelt, auf dem Humus des zerfallenden Alten, in Empfang nehmen zu können. Depression und Angst können diese Phase begleiten, müssen aber nicht, wenn man versteht, worum es geht. Um die Rückbindung („Religio“, ->Brücke!) an das Selbst, an das Göttliche in uns, an das große Ganze. Um das Urvertrauen. Sobald das Neue sich zeigt, kommt auch wieder neuer Lebensmut und das Ego darf wieder mitspielen.

Diese Venus-Rückläufigkeit erinnert ganz besonders stark an den Abstieg der Liebes- und Himmelsgöttin  Inanna/Ishtar zu ihrer Schwester Ereshkigal in die Unterwelt.  Sie ging mit der Erwartung, auch über diese herrschen zu können, wurde aber getötet. Auch musste sie beim Abstieg  Schmuck und Kleider ablegen,  Insignien des Egos, bevor sie Ereshkigal nackt und vollkommen ungeschützt entgegentreten durfte. Trotzdem wurde sie (mitsamt ihrem starken Ego) getötet. Nur weil wegen ihrer Abwesenheit  Pflanzen, Tiere und Menschen sich nicht mehr fortpflanzten (Septembermond, Analogie zur Demeter und dem Raub der Persephone durch Pluto), wurden Helfer geschickt (unterschiedlich je nach Überlieferung) um sie zu retten. Die Retter helfen Ereshkigal bei der Trauer, indem sie sie spiegeln und mit ihr weinen. Zum Dank gibt sie ihnen den Leichnam von Inanna, den sie wiederbeleben können. Und tatsächlich kann sie am Ende ihre Insignien wieder in Empfang nehmen und geläutert wieder in den Himmel aufsteigen.

Die Zeit der Trauer, der Abschiednahme muss man durchleben. Man kann sie nicht überdecken oder verkürzen. Am leichtesten macht man es sich, wenn man dies akzeptiert.

Aber alles hat auch wieder ein Ende:

Die letzte Venus-Lilith-Trigon-Begegnung findet am 14. Mai auf 10°04 Widder/Schütze statt: „Der Präsident des Landes.“ und  „Das Licht der physischen Erleuchtung im linken Tempel.“ . Ich finde, das spricht für sich! Der Präsident des Landes ist wie das Ego im Menschen, es bezieht wieder seine Position, wiedergewählt und im Amt bestätigt, unterstützt durch Liliths physische Erleuchtung  im linken Tempel. Nach der zerstreuten (Prisma) und vielleicht oberflächlichen, zumindest aber indifferenten, indolenten Haltung zu Beginn der Unterweltsreise haben wir es jetzt mit physischer Präsenz und neuer persönlicher Autorität zu tun.  Wenn Venus ein letztes Mal den Tierkreisgrad mit der sich windenden Schlange neben einem Mann und einer Frau passiert (am 18. Mai 2017), dann können diese sich wirklich begegnen.  Aus der körperlosen Sehnsucht und Anbetung  aus der Distanz kann eine echte, verantwortungsvolle und auch körperlich vollzogene Beziehung werden.

Auf den Beruf bezogen könnten in dieser Zeit der Rückläufigkeit aus einer gewissen Ziel- Mut- oder Machtlosigkeit neue Impulse entstehen. Es ist, als zöge Venus die Handbremse an, um nachdenken und ein neues Ziel ins Visier nehmen zu können (Eule!). Erst nach dieser Zeit der Betrachtung und des Loslassens können Ziele und Erwartungen neu formuliert werden. Dann kann man die Handbremse wieder lösen und mit neuer (natürlicher) Autorität durchstarten.

Der Mai ist ein wunderbares Bild für diesen Neustart: die Natur erblüht und grünt wieder! Wer Kastanienblätter aufgehen, ja geradezu explodieren sieht, wird unweigerlich an die „verborgene Bombe“ des sabischen Symbols erinnert! Die explodiert jetzt nicht ungerichtet oder schadenbringend, sondern in Form neuen Lebensmutes:

Das Ego darf wieder mitspielen 🙂 :

die-sonne

Alles Gute für euch und einen wunderschönen Neustart wünsche ich euch!

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