Schützevollmond am 9. Juni 2017 – Amors Pfeil

Die auffälligsten Aspekte sind die Konjunktion des Mondes mit Lilith und Saturn im Schützen, das Quadrat zu Neptun und Chiron und das große Trigon von Saturn, Uranus und Mondknoten. Daneben gibt es noch ein sehr genaues Sextil von Venus und Mars, das durch ein Quadrat von Eros zu Venus energetisiert wird. Wo Eros ist, sollte man nach Psyche suchen. Die steht in der Jungfrau im lockeren Quadrat zur Vollmondachse und in Opposition zu Neptun.

Noch dazu sind die beiden Cupidos nicht weit von Saturn und Chiron, die ja dieses Jahr ein Tänzchen miteinander aufführen (mehrfach ein Quadrat bilden). Der Asteroid Cupido, in den Fischen, übergibt im Juni die Stafette von einem zum anderen, nachdem sich deren letztes Quadrat Ende April gebildet hatte.

Ein weiterer Name von Eros und Cupido ist Amor. Sehen, wir , wo dieser steht: im Löwen, im Trigon zum Mond.

Es scheinen also viele Liebespfeile zu fliegen, um diesen Schütze-Vollmond herum!

Jupiter, der Herrscher des Schützen, bis eben noch rückläufig, stationiert just am Tag des Vollmonds, um sich jetzt wieder langsam vorwärts in Bewegung zu setzen. Zu stationären Zeiten ist die Qualität des Planetenprinzips besonders stark zu spüren heißt es. Da es sich um den Schützen handelt, würde ich sagen, die Spannung des Bogens, der den Pfeil in Bewegung setzen wird, ist jetzt am höchsten. Aber noch fliegt der Pfeil nicht. Oder doch schon? Ist es gerade der Umkehrpunkt von Anspannung zu loslassen? Sagen wir so: der Pfeil hat jetzt seine größtmögliche potentielle Energie. Die wird sich jetzt in kinetische Energie umwandeln, in dem Maße, wie Jupiter jetzt direktläufig wird. Einmal losgelassen wird der Pfeil sich enorm beschleunigen.

Das Bild passt schon ganz gut, hatte sich die expansive Qualität des Jupiters während seiner Rückläufigkeit nach innen gerichtet. Man musste sein Ziel neu anvisieren. Das galt im Übrigen auch für die rückläufige Venus im Widder bis Mitte Mai. Das hat die (erotische) Spannung schon enorm erhöht. Daher passen die vielen Amors, Eros und Cupidos mit ihren Pfeilen auch so schön ins Bild. Noch dazu bewegte sich Jupiter in der Waage, dem Zeichen der Partnerschaft und Harmonie. Und Venus steht gerade im Sextil zu Mars…

Welche Leidenschaft auch immer einen nun endlich wieder packt, sei es tatsächlich eine neue Liebschaft oder ein neu- oder wiederentdecktes Hobby, Freundschaften, oder auch die erneute Begeisterung und Liebe für den Beruf oder die eigene Wohnung, es wird so richtig nach vorne losgehen! Der Themenbereich wird durch die Stellung der transitierenden Planeten Venus und Jupiter, aber auch des Vollmondes im eigenen Horoskop angezeigt.

Wie immer gibt es Spannungsaspekte, manchmal auch Wermutstropfen. Sollte man aber nicht negativ sehen, sondern als Lehrstücke des Lebens auffassen.

Saturn beim Schütze-Mond hält diesen zurück. Aber da dies zusammen mit dem großen Trigon zu Uranus und dem Mondknoten geschieht, würde ich das für eine Zielhilfe halten. Das Bedürfnis etwas ganz neues ins Visier zu nehmen ist riesig. Da verwackelt man schnell vor lauter Eifer. Gut wenn man da eine professionelle Verwacklungshilfe hat!

Mond im Quadrat zu Neptun, und indirekt auch zu Chiron in den Fischen, sitzt leicht einer Illusion auf. Oder befürchtet dieses und versucht den Schleier wegzureißen.

So wie Psyche, die als Asteroid in diesem Plot mitmischt. Psyche, ein irdisches Mädchen, war so schön, dass die eifersüchtige Göttin Venus/Aphrodite beschloss, sie solle einen schlechten Mann bekommen. Doch ihr eigener Sohn Eros/Amor hat sich in sie verliebt und sie für sich behalten. Jede Nacht kam er zu ihr in das gemeinsame Bett im Versteck, doch nur im Dunkeln, und noch vor Sonnenaufgang verschwand er wieder. Psyche gefiel was sie fühlte. Psyches Schwestern aber (die Sonne in den Zwillingen!) versuchten ihr Zweifel einzureden und forderten Gewissheit. Es hätte ja sein können, dass Eros eine böse Schlange war. Psyche ließ sich verleiten und stellte eine Öllampe bereit. Diese zündete sie in der nächsten Nacht an, sobald Eros schlief. Ihr gefiel sehr was sie sah. Er erwachte und beide erschraken, so dass das heiße Öl auf ihn tropfte. Er verschwand auf Nimmerwiedersehen. Er fühlte sich von ihr verraten. Aphrodite, gerührt von Psyches Tränen, wollte von Psyche aber Beweise ihrer Liebe für ihren Sohn Eros. Psyche musste viele schwer zu meisternde Aufgaben erledigen, unter anderem eine Schönheitscreme aus der Unterwelt für Aphrodite besorgen.  Sie schaffte am Ende alles. Und auch Eros kriegte sich wieder ein, so dass sie am Ende doch noch ein Happy End im Tageslicht, nein besser, als Götter auf dem Olymp erlebten.

Es klingt Verrat an: Eros hat seine Mutter Aphrodite verraten, indem er Psyche heimlich als Geliebte gehalten hat, Psyche hat den Deal mit Eros verraten.

Verrat klingt auch durch Lilith bei Mond und Saturn an. Das bringt Medea ins Spiel (siehe Hannelore Traugott). Medea, die zauberkräftige kolchische Prinzessin, die Iason half, das goldene Vlies zu bekommen. Sie hatte dadurch ihren Vater, den König Aietes, verraten, dem es gehörte. Medea wurde später wiederum von Iason verraten, als dieser sich trotz Ehe und gemeinsamer Kinder einer neuen Prinzessin zu wandte, um König von Korinth oder auch Griechenland zu werden.

Immer wird eine Entwicklung von dunklem zu hellem beschrieben, von Nacht zu Tag, von archaisch zu aufgeklärt, von unbewusster Leidenschaft zu wahrhafter Liebe, von Selbstverrat über -suche zu Selbstliebe. Jedenfalls wenn wir davon ausgehen, dass Iason diese in Korith gefunden hatte. Medea allerdings ließ diesen Zustand nicht lange stehen: sie tötete Iasons neue Frau und ihre eigenen Kinder mit ihm.

Der Asteroid Medea steht übrigens gradgenau auf Amor, also auch im Trigon zu Mond und Saturn….

Manchmal ist es im wirklichen Leben unumgänglich, eine alte Beziehung für eine neue zu verraten, wenn in der alten keine Entwicklung mehr möglich ist. Iason konnte mit Medea nicht König werden, Königwerden ein Bild für einen Bewusstwerdungsprozess. Sondern er brauchte eine andere Prinzessin und einen weiteren Verrat und Mord, erledigt von Medea. Medea heiratete später auch einen König, Aigeus aus Athen. Allerdings kann sie sich dort gegen ihren Stiefsohn und Thronfolger nicht durchsetzen und geht zurück nach Kolchis, um ihre wahre Thronfolge anzutreten, die, die sie anfänglich verraten hatte.

Das erinnert alles sehr an Lilith, die sich Adam nicht unterordnen will und in die Wüste flieht. In einer patriarchalischen Welt kann sie ihr starkes, urweibliches Potential nicht ausleben. Es wütet daher im Untergrund und sabotiert sich unter Umständen selbst damit. Oder es treibt die durch die starke und leidenschaftliche Frau verängstigten Männer in die Flucht. Medea wird nicht Königin an der Seite eines Partners (Iason, der nicht mal Prinz ist, Aigeus, der sie nicht hochkommen lässt), sondern übernimmt die Thronfolge direkt von ihrem eigenen Vater.

Es gibt sie ja, diese Alpha-Mädchen. Die Vatertöchter. Supertüchtig und echte Anführerinnen. Sie eifern dem Vater nach, nur seine Anerkennung zählt am Ende. Frauenversteher sind für sie unqualifizierte und rückgratlose  Teilnehmer, und Machos fressen sie ohnehin zum Frühstück. Solche Mädels dürften sich besonders von diesem Vollmond angesprochen fühlen, und vielleicht sogar ihr Reich direkt beziehen können, anstatt es vergeblicherweise an der Seite eines anderen zu suchen.

Auch diese Mädchen haben Sehnsüchte, und die lassen sich vielleicht eher in Affären ausleben. Sie sollten sich die ehrliche Frage stellen: „Habe ich überhaupt Platz für einen Partner?“. Solange man sich diese Frage nicht ehrlich beantwortet, erledigt es das Leben mit kleinen Tricks: man findet nur verheiratete Männer, mit denen niemals mehr als eine Affäre möglich ist. Oder man lässt sich auf deutlich schwächere Männer ein, die an irgendeinem Punkt, manchmal von einem Moment auf den anderen, langweilig werden, so dass in der Folge auch die Erotik dahin ist. Solche Beziehungen werden schnell viel zu eng und man verliebt sich neu, um der alten Beziehung zu entkommen. Oder, noch eine Spielart: man verliebt sich in Männer, die einfach gar nicht zu haben sind. Das alles verursacht viel Leid, Gewissensbisse, unstillbare Sehnsucht. Der Unterweltsgang der Psyche. Und führt am Ende doch ins eigene Königreich (Medea) oder man wird durch Jupiter mit etwas Ambrosia zur Göttin gemacht, die endlich Ihren geliebten Gott heiraten darf (Psyche und Eros).…

Am Ende muss man sich die Anerkennung und die Liebe, die man immer im Außen gesucht hat, selbst geben können. Aber das ist missverständlich und klingt nach Narziss. Es geht darum, zu erfahren und zu erleben, dass man längst geliebt ist. Das man aufgehoben ist. Das man selbstverständlich geliebter Teil der Schöpfung ist, so wie jeder andere auch. Wenn man an diesen Punkt kommt, stellt sich die ständig im Außen gesuchte Harmonie im Inneren ein. Man strahlt sie dann auch aus und bekommt lächelnde Gesichter zurück.  Weil man selbst lächelt. Wie eine Königin.

Hochzeit in Mythen und Märchen heißt nicht unbedingt, dass man mit einem Partner, sondern dass man mit seinem eigenen Selbst vermählt wird. Auf der Suche nach diesem muss man sich in vielen anderen Seelen spiegeln, bis man sich selbst erkennt und annehmen kann. Solange man noch in der unerlösten Spiegelphase ist, wird man immer einen unüberbrückbaren Abgrund zwischen sich und dem anderen spüren. Erst wenn man sich selbst erlöst hat, kann man diesen Abgrund lieben. Die Andersartigkeit des Partners, die Unabhängigkeit beider Partner voneinander, die eigene Selbständigkeit…

Aber an der Stelle ist dieses Vollmondhoroskop (noch) nicht. Hier fliegen gleich die Pfeile und es wird ordentlich rundgehen. Das Liebeskarussell dreht sich erst einmal wieder, es gibt noch Lektionen zu lernen. Man lernt nie aus im Leben…

Die sabischen Symbole

Pelikane, von Menschen gestört, suchen ein neues Revier (Mond) und ein große, aufgeschlagener Foliant (Sonne).

Die Pelikane erinnern an von einem Schuss aufgeschreckte Enten. Das wird der losgelassene Pfeil sein. Sie suchen nun nach neuen Horizonten und lassen ihr altes Gedankengebäude, alte Beziehungen, Bezugspunkte zurück.

Der aufgeschlagene Foliant sieht nach Bildung aus. Nach altem Wissen. Vielleicht auch ein Zauberbuch? Medea war ja eine Zauberin. Sicher steht darin auch, wie man einen Mann bezirzt (Circe, auch eine Hexe). Dann kann man mal überlegen, ob solcher Zauber zuträglich ist, oder ob er nur versucht, den Status quo zu erhalten, also rückwärtsgewandt ist. Oder ob er etwas herbeizaubern will, das der eigenen Entwicklung gar nicht weiterhilft – nur der Egobefriedigung. Dazu passt die minutengenaue Quinkunx von Pluto zur Sonne…!

Venus steht am Topf voll Gold am Ende des Regenbogens.

Jupiter hält Siesta in einer Hängematte. Er wird stationär. Aber am Nachmittag ist er dann topfit und für neue Abenteuer zu haben!

Lilith ist eine junge Witwe, die die Geburt einer neuen Liebe erlebt.

Uranus steht auf dem sabischen Symbol: eine Menge applaudiert einem Mann, der eine geschätzte Illusion zerstört hat.

Die Tarotkarten für diesen Tag sind der Wagen und der Turm.

Der Wagen ist im Aufbruch begriffen. Noch sind die Zugpferde (die Sphingen bei Frieda Harris) noch uneins, wo es lang geht. Erst wenn der Wagenlenker bewusst und gezielt die Zügel benutzt, geht es nach vorne los. Uranus mit Verwacklungshilfe Saturn im großen Trigon mit dem Mondknoten und dem Schütze-Vollmond. Und Jupiter im Begriff, wieder direktläufig zu werden. Es ist der Moment kurz vor dem Startschuss.

Der Turm stürzt ein, vom Blitz getroffen. Der Rückschlag des plötzlichen Neuanfangs kann alte Gedankengebäude zum Einsturz bringen. Die Liebe kann einschlagen wie der Blitz und etwas Altes dafür zerstören. Das Alte hatte ohnehin keinen Bestand mehr, man hat sich am Ende etwas vorgemacht und künstlich an etwas festgehalten, dass längst zum Sterben verurteilt war.

Wo man entwicklungstechnisch gesehen auch ist, auf der Psyche- und Medea-Skala, und auf welcher Seite des Pfeils – ein neuer Lernzyklus wird nun mit einem deutlich spürbaren Ruck in Bewegung gesetzt. Man kann sich selbst frisch verlieben. Möglicherweise ist man aber auch nur indirekt vom Pfeil betroffen, indem der Partner sich neu verliebt und man ihn gehen lassen muss. Das kann auch sehr plötzlich die Bedingungen ändern, mit denen man sich nun arrangieren muss. In jedem Fall wird man etwas mehr Klarheit erhalten – Illusionen dagegen werden mit einem Schlag zerstört (Uranus!)

Mundan gesehen werden wir es sicher weiterhin mit dem Thema Wahrheit zu tun bekommen – meine Wahrheit, deine Wahrheit, Fakenews. Wer die Medien beherrscht, hat Macht (Merkur in den Zwillingen auf dem Symbol: eine radikale Zeitschrift bringt ein sensationelles Titelblatt heraus!). Dogmatisches Bestehen auf Meinungen oder auch Glauben oder Gesetzen. Sabotage. Auch in diesen Bereichen darf man unerwartete Veränderungen erwarten, vielleicht Enthüllungen, die völlig neue Grundbedingungen schaffen, und unter Umständen ganz neue politische Bündnisse und Partnerschaften.

Nah der Sonne steht der Asteroid Sophia. Wer möchte kann sich einmal näher mit der Pistis Sophia beschäftigen. Der gnostische Sophia-Mythos ist die Geschichte der Hybris und des Falls der Untergottheit Sophia aus der höheren göttlichen Ordnung, der in der Folge zum Entstehen der materiellen Welt führt. Das führt jetzt hier zu weit, deckt sich aber prima mit dem sabischen Foliant und der Pluto-Quincunx zur Sonne…

Übrigens hatte der Neumond, der diesem Vollmond vorangegangen ist, schon einiges von diesen Themen in der Anlage. Venus im T-Quadrat mit Pluto und Eros, Medea im Sextil zu Jupiter und Trigon zu Lilith. Die Zeit von jetzt bis zum Vollmond am 9. Juni 2017 dürfte also spannend werden!

Es ist jetzt, zwei Tage nach Neumond, ein guter Moment, neue Intentionen zu setzen.

Ich wäre so gern Mäuschen überall! 🙂

Lasst es euch gut gehen und nicht zu sehr von euch selbst abbringen. Ich wünsche euch die schönsten Erfahrungen!


Hier der passende Song zur Zeitqualität:

Das Projektil

Sie zielt auf ihn und drückt ab,
Trifft ihn mitten in sein Herz.
Er denkt jetzt: Das war’s.
Doch – tödlich getroffen – taumelt und stürzt
Mit diesem Schuss, was bei einer jeden
Großen Liebe zusammenbrechen muss.

Welch wundersam göttliches Projektil
Traf von ihr geschickt genau sein Ziel.

Kein Wort und kein Laut –
Doch dann unangekündigt der Knall.
Erst nicht –
Dann doch, als sich der Rauch verzog.
Ein riesiges Loch in seiner Brust –
Sie und er sind sich plötzlich bewusst:
Ihr Glück lag versteckt in diesem Schuss.

Welch wundersam göttliches Projektil
Traf von ihr geschickt genau sein Ziel.

Traurig nur das eine –
Es ist seine Geschichte, doch nicht meine


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Ein Gedanke zu “Schützevollmond am 9. Juni 2017 – Amors Pfeil

  1. Wow, also deine Beiträge sind echt immer der Hammer! Warum hast du eigentlich keinen Youtube-Channel? Auf YouTube ist schon ein ziemlich großes Kartenleger/Astrologen/Heiler“netzwerk“ entstanden. Ähnlich wie auf Facebook nur viel besser. Also da würdest du bestimmt bestimmt richtig absahnen. 🙂
    Liebe Grüße aus Berlin

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