Neumond im Januar 2018 – Wahnsinn mit Methode

Neuanfang oder mehr desselben, das ist der Zwiespalt dieses Neumonds. Der erste Neumond im neuen Jahr 2018 findet am 17. Januar auf fast 27° Steinbock statt. Sechs Planeten sind zu dieser Zeit im Steinbock, inklusive dessen Herrscher Saturn und Lilith, die ja kein Planet, sondern ein errechneter Punkt der Mondlaufbahn ist. Venus ist nur ein Grad vom Neumond entfernt, steht also mit diesem in enger Konjunktion. Bemerkenswert ist auch, dass alle Planeten direktläufig sind, nachdem Uranus, kurz nach dem letzten Vollmond, stationär und dann direktläufig wurde. „Industrious“, so nennen die Anglophonen eine solche Atmosphäre: arbeitsam, mit kaum zu stoppendem Vorschub. Allerdings gibt es Spannung durch Uranus: er bewegt sich im Quadrat zum Neumond und in Quinkunx zu Mars im Skorpion, und dieser wiederum im Sextil zu Neumond und Venus. Ein sogenanntes Lerndreieck. Chiron in den Fischen bildet darin mit Mars und Venus-Neumond ein kleines Talentdreieck. Das sind also die Protagonisten dieses Neumonds.

Zu Sonne/Venus im Steinbock habe ich schon im Zusammenhang mit dem vergangenen Vollmond ein wenig geschrieben. Da stand Venus in Opposition zum Mond, also das mütterliche (Mond) und das verführerische (Venus) Prinzip in Spannung. Jetzt sind sie in der Konjunktion vereint, zwei weibliche Prinzipien zusammen in der harten, patriarchalischen Umgebung des Steinbocks. Perfektionismus hatte ich schon angesprochen, und (dadurch vielleicht) unterdrückte Talente. Und das, was lange währt, wird endlich gut. Man muss sich einer Sache wirklich verschreiben, um sie zur Perfektion zu bringen. Schritt für Schritt. Loyalität sich selbst, seiner Sache, seinem Partner, seiner Familie, Freunden und Kollegen gegenüber. Hilfreiche Energie dazu kommt von Mars und Chiron aus den Wasserzeichen Skorpion und Fische. Mars geht in die Tiefe und entwickelt zähe Leidenschaft, er bleibt dran. Chiron in den Fischen vermittelt Intuition, Einfühlungsvermögen, Trost. Nur Uranus schiesst quer. Noch immer aus dem Widder heraus zerrt er an der saturninen Kette. Er will alles, und zwar sofort, kompromisslos. Er will sich selbst (Widder) verwirklichen, koste es was es wolle. Ohne lange Mühen. Dafür ist er bereit, die Burg des Steinbocks aufzurammen, und er stachelt Mars gleich mit an, seinen Skorpionstachel zu benutzen. Es ist nun die Frage, ob die „Angriffe“ von außen oder von innen kommen. Genauso, wie neue Menschen ins Leben treten und alles auf den Kopf stellen können, kann auch eine innere Figur zur Revolte gegen bestehende Verhältnisse aufrufen. Meistens ist es eine Mischung aus beidem, insgeheim ist man schon bereit für Neues, auch wenn es von außen kommt.

Zwischen dem letzten Vollmond und diesem Neumond kommt es zu zwei bedeutsamen Konjunktionen: zum einen überholt Mars den Jupiter auf fast 18° Skorpion am 7. Januar und zum anderen treffen sich zwei Tage später Venus, Pluto und Sonne auf fast 19° Steinbock. Beide Ereignisse stehen also in engem harmonischen Winkel zueinander und wirken auch noch in diesem Neumondhoroskop nach. Diese Konstellation weist auf eine äußerst starke Bindung an etwas oder jemanden. Man wird extrem festhalten wollen, nicht loslassen wollen, ungeachtet all der anderen möglichen Faktoren. Entweder hält man an etwas eisern fest, das man schon besitzt, oder man will etwas unbedingt haben, das man noch nicht besitzt.  Das kann sich um die Position, also Beziehungen im Beruf handeln, denn Steinbock ist das klassische Zeichen dafür. Aber es kann sich genauso gut um private Beziehungen handeln, wie die Beteiligung von Venus und Mars ja andeuten. Skorpion und Pluto weisen dabei auf existenzielle Bindungen, deren Auflösung lebensbedrohlich scheinen.

In diesen Plot rammt sich jetzt Uranus im Widder ein und eröffnet die Debatte darüber, ob es sich lohnt, sich so sehr einer bestimmten Sache zu verschreiben und damit selbst zu fesseln, unselig zu binden, sich selbst aufzugeben. Mit uranischem Weitblick könnte man aber auch einmal den Kopf über das schlammige Wasser (Steinbock/Skorpion = Erd- und Wasserzeichen) bekommen und Lösungen sehen, die außerhalb der vielbeschworenen Box (Steinbock) liegen. Wenigstens wird Uranus dafür sorgen, dass man wahrnimmt, ob und wie man in einer solchen überhaupt versumpft (Skorpion) ist.

Sieht man die Mond/Sonne/Venus Konjunktion im Steinbock wie eine Heirat an, ein langjähriges Versprechen, eine Partnerschaft, die schon lange anhält, dann kann Uranus diese plötzlich in Frage stellen. Uranus, der einige Monate retrograd war, so dass sich seine Energien quasi aufgestaut und nach innen gerichtet haben, nimmt gerade an Fahrt auf. Jetzt könnte der Moment gekommen sein, seinen insgeheimen Befreiungswünschen Taten folgen zu lassen. Die Tür muss auf, frischer Wind hereingelassen werden. Wenn das innerhalb der bestehenden Partnerschaft nicht funktioniert, dann könnte man jetzt mit einer Trennung liebäugeln.

Venus und Mond in Konjunktion birgt an sich schon einen Konflikt: zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust. Venus steht für die verführerische Geliebte und Mond für die mütterliche Ehefrau.  Wer in einer Beziehung steckt, mag sich hier hin- und hergerissen fühlen, denn es ist fast unmöglich beide Rollen gleichzeitig zu spielen.  Gewohnte Kuschelbeziehung oder aufregende Liebschaft? Mars steht entsprechend für den Liebhaber und Saturn für den Ehemann. Sie stehen zwar nicht in gespanntem Aspekt zueinander, aber Uranus setzt dem leidenschaftlichen Skorpion-Mars über seine Quinkunx zu ihm einen nervigen Floh ins Ohr, der nicht zum Schweigen zu bringen ist.

Chiron im harmonischen Aspekt zu Venus und Mars spricht für eine tiefe Seelenverbindung. In Kombinationshoroskopen zeigt dies einen echten Seelenpartner an, manche würden Dualseele dazu sagen, so innig ist das Gefühl. Das Sextil zum Neumond im Steinbock zeigt an, dass man in den alten Verhältnissen, in den Verbindlichkeiten, die man sich geschaffen hat durchaus wohl fühlen, ausleben und einbringen kann. Man versteht sich schon wortlos, was enorm zur Effizienz beitragen kann, ohne dass man diesen Einfluss genau benennen könnte. Es ist wohl zu überlegen, ob man dies für den spontanen Freiheitswunsch von Uranus wirklich aufs Spiel setzen will.

Die Asteroiden

Bei dem Neumond steht der Asteroid Bacchus. Bacchus ist ein Beiname und der römische Name des Dionysos. Er gilt als der Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase. Er zog mit den Satyrn und Mänaden umher und feierte nachts rauschende Feste mit freier Liebe unter freiem Himmel. Ein weiterer Beiname Dionysos‘ ist Eleuthereus, der Befreier.  Es wird spekuliert, dass der Beiname daher rührt, dass er vom Wahnsinn befreien kann, oder selbst befreit wurde. Er ist eine alte Gottheit mit Attributen (die freie Liebe), die aus matriarchalen Strukturen herrühren. Daher denke ich, der Beiname bezieht sich zumindest auch auf sein freies, ungebundenes, naturnahes Leben im Gegensatz zu patriarchalen gesellschaftlichen Strukturen, die den „normalen“ Menschen eher einengen, verpflichten. In dieser Eigenschaft unterstützt er Uranus‘ Anliegen, Mond, Venus und Sonne aus dem patriarchalen Steinbock-Kokon zu befreien. Er schenkt ihnen Wein aus, so dass sie ihre Hemmungen (Steinbock) verlieren. Als Befreier von Wahnsinn kann er aber auch besänftigend einwirken und einen inneren Aufruhr, der einen wahrhaftig „wahnsinnig“ machen kann, auflösen.

Selene steht als Asteroid zwischen Mars und Jupiter im Skorpion. Mit ihrem späteren Namen Artemis (Diana, die jungfräuliche Jägerin) steht sie in Konjunktion zu Venus, gerade eben schon im Wassermann. Direkt bei Mars steht Endymion. Er ist Selenes menschlicher Geliebter, ein Jäger, den sie in einen dauerhaften Schlaf versetzt, damit er nicht altere. Nur des Nachts besucht sie ihn und zeugt auf diese Weise immerhin 50 Töchter mit ihm…

In gewisser Weise steht der Mond in Form seiner Göttinnen in zwei unterschiedlichen Situationen, zum einen als Artemis frei und ungebunden, und zum anderen als Selene, die ihren Geliebten in einem lebenslangen Dornröschenschlaf versetzt, um die 50 Jungfrauen mit ihm zu zeugen, die später zu den Priesterinnen ihres Mondkultes werden sollen. Dieses letztere Verhältnis spiegelt das Festhalten von Mars und Jupiter an bestimmten Zielen oder Verhältnissen. Diese werden künstlich jung gehalten, für einen durchaus egozentrischen Zweck, auch wenn sie sich unter anderen Voraussetzungen längst überlebt hätten.

Selene/Artemis verkörpern also zwei Seiten der Mondnatur, Bindung (Vollmond) und Freiheit (Neumond). Wer sich nicht für die eine oder andere Seite entscheiden kann, versucht sie vielleicht zu vereinen. Im echten Leben kann das zum Beispiel zu Dreiecksverhältnissen führen, in denen man sich nicht für eine Seite entscheiden will oder muss. Besser aber, man vermag sich über die Niederungen des Konflikts zu erheben und eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen. Dann könnte man zum Beispiel eine Bindung weiterhin bewusst akzeptieren, weil man die Vorteile erkennt und mit erweitertem Bewusstsein (Uranus) in der Lage ist, Gegensätze fruchtbar zu vereinen bzw. weil man sich mit seinen individuellen Eigenschaften gewinnbringend in die Gemeinschaft einbringen kann, ohne sich dabei zu verlieren.

Als Ausblick auf den kommenden Vollmond, der der Höhepunkt dieses Mondzyklus sein wird, noch dazu eine totale Eklipse, ein Supermond und ein blauer Mond, sollte man hier auch noch Ceres erwähnen. Sie steht jetzt am nördlichen Mondknoten und damit zum kommenden Vollmond in Konjunktion mit diesem. Ceres, griechisch Demeter, die Fruchtbarkeitsgöttin, steht in enger Beziehung zu Dionysos, wird in manchen Quellen als seine Mutter genannt. Man wird die Früchte der jetzt getroffenen Vereinbarungen und gemeinsamen Unternehmungen bald ernten können. Vor der Ernte kommen aber zuerst Bodenbearbeitung, Aussaat und Pflege der Kultur. Etwas Geduld muss man auch aufbringen, bis die Kultur gewachsen ist und Früchte trägt. Man kann nicht als ungebundener Jäger umherziehen, man muss sich als Landwirt seiner Scholle verpflichten…

Die sabischen Symbole

Der Neumond steht auf „Pilger steigen die steilen Stufen hinauf, die zu einem Heiligtum auf dem Berge führen.“. Das klingt nicht nach einer dionysischen Kultstätte, eher nach einem patriarchalischen Gott, in kirchlichem Rahmen.  Regeln, Ablass, Pilgern, Buße… Vielleicht der Kater nach einem dionysischen Fest? 🙂 Oder es ist der Mondkult der Selene, ein Heiligtum mit 50 Priesterinnen?  In jedem Fall handelt es sich hier um etwas Ritualisiertes, Vorgegebenes, Traditionelles in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, einen Kult, dem man sich verschrieben hat. Ungehinderte freie, persönliche Entfaltung, wie Uranus sie propagiert, ist hier nicht gefragt.

Uranus steht auf „Ein doppeltes Versprechen offenbart seine inneren und äußeren Bedeutungen“. Dieses Symbol deutet an, dass man zwischen seinem Herzen und seinen Verpflichtungen wählen muss. Zwischen dem, zu tun, was man will und dem, was man glaubt, dass es „richtig“ sei. Ein doppeltes Versprechen gibt man zur Bekräftigung ab, dass man es ernst meint. Aber allein, dass man es bekräftigen muss, lässt schon ahnen, dass es schwer zu halten sein wird, oder dass man sich selbst überzeugen will/muss. Oder aber, und das ist die höhere Oktave, man bekräftigt sein Versprechen nach eingehender Prüfung bewusst und freiwillig.

Die Zeichen der Mondknotenachse zeigen wieder den Zwiespalt zwischen Individualität und Verbindlichkeit: der nördliche Mondknoten steht auf „Ein ehrenamtlicher Kirchenchor singt Choräle.“, der südliche auf „Zwei Liebesvögel auf einem Zaun singen laut aus purer Freude“. Da der nördliche Mondknoten das Ziel anzeigt und der südliche das, was es dafür loszulassen bzw. in das Neue zu integrieren gilt, wird die Reise wohl eher dahin gehen, die Zustände trotz großer Versuchung zu erhalten, da man sich nun einmal auch verpflichtet und Verantwortung übernommen hat. Man wird vermutlich nicht seinem spontanen Gefühl folgen (können), auch wenn das Bild der freien Liebesvögel, für die ein Zaun keine Grenze ist, noch so verlockend ist. Im besten Fall kann man beide Elemente vereinen und sich mit seiner spontanen Kreativität (Singvögel) in eine gewählte Gemeinschaft (Chor) einzubringen. Passenderweise ist Dionysos nicht nur der Gott ekstatischer Feste, sondern auch Patron der Choräle, zusammen mit Apollon und den Musen.

Die Tageskarten

Die Tageskarten für den Neumond sind die Hohepriesterin, die Lust und das Äon.

Die Hohepriesterin reflektiert die innige Seelenpartnerschaft von Chiron Sextil Venus und Trigon Mars. Es ist eher eine nichtkörperliche, ideelle Liebe, frei und unabhängig von inneren Zwängen und Leidenschaften. Dargestellt ist die Mondgöttin Isis, die hier für die innere Stimme, die Intuition steht. Eine direkte Verbindung zum höheren Selbst, das den Weg weist, durch die Irrungen und Wirrungen der spontanen Gelüste und allzu irdischen, aber nicht unbedingt dauerhaft tragfähigen Leidenschaften. Wer so mit seinem Selbst in Verbindung steht, hat Selbstvertrauen und Selbstverantwortung – Verantwortung, wieder ein Steinbock-Attribut. Rückbesinnung auf unsere wirklichen Stärken ermöglicht es, große Dinge gezielt in Bewegung zu setzen. Pfeil und Bogen auf dem Schoss der Hohepriesterin repräsentieren dies.

Die Lust spiegelt den Konflikt des Steinbock-Neumonds mit Uranus und Bacchus, die beide am liebsten sofort zur spontanen und individuellen Triebbefriedigung schreiten wollen, damit aber leidenschaftliche Ausbrüche und Affekte aller Art provozieren können. Trieb und Leidenschaft sind dabei nicht nur sexuell gemeint, genauso leidenschaftlich kann man auch andere Ziele im Leben angehen. Interessant, dass ein Attribut des Dionysos der Leopard ist, den er reitet. In anderen Darstellungen ziehen Tiger seinen Wagen. Will heißen, so wie die Frau auf der Tarotkarte, so ist auch Dionysos in der Lage, das (innere) Biest zu reiten, zu zähmen, und zu seinem Vorteil, zur Erreichung seiner Ziele einzusetzen. Die Karte reflektiert hier also Dionysos als den Befreier. Befreier von triebgesteuerter, leidenschaftlich-blinder Aktion, in den Mythen gern als Wahnsinn bezeichnet. Wobei man durch gezieltes Austoben im Sinne der dionysischen Feste, Sufitanz oder dynamischer Meditation durchaus auch zum stabilen, inneren Kern vordringen kann. In das Auge des Hurrikans. Wahnsinn, Trance und Ekstase mit Methode!

Das Äon zeigt in gewisser Weise Ziel der Methode an: Abstand nehmen, Loslassen, und aus der Distanz oder einer erhöhten Position eine ausgewogene, innerlich unabhängige  Entscheidung fällen, die Körper (die Lust), Seele (die Hohepriesterin) und Geist (das Äon) miteinbeziehen. In traditionellen Kartendecks zeigt das Äon, bzw. das Gericht den Tag der Auferstehung, an dem ein Engel eine Fanfare bläst und alle Gestorbenen freudig ihre Särge verlassen. Man kann die Karte also auch anders auffassen: nach einer Zeit der Blockade durch innere Konflikte, des inneren „Totseins“, einer Zeit, in der sich nichts mehr bewegt und man keine Beziehung zu seinem höherem Selbst mehr fühlt, kommt nun wieder Leben in die Herzen. Das doppelte Versprechen wird nun eingelöst und es kann wieder vorwärts gehen, der Fanfare entgegen.  Auch hier passt Dionysos, der auch eine Verbindung zur Unterwelt, dem Leben nach dem Tod und zur Wiederauferstehung hatte. Seine Geburtsmythen variieren, eine davon ist die Wiederauferstehung des Zagreus, Sohn von Zeus und Persephone, der Unterweltsgöttin, Gattin des Hades/Pluto. Zagreus wurde, von der eifersüchtigen Hera angezettelt, von den Titanen in Stücke gerissen gebraten und verspeist. Zeus verbrannte die Titanen mit seinem Blitz zu Asche. Diese wurde, mit der Asche des Zagreus vermischt, in Dionysos und dem Menschengeschlecht zu neuem Leben erweckt. Beide enthalten daher titanische (rebellische) als auch göttliche Züge. Dionysos wird daher auch mit dem ägyptischen Osiris assoziiert, der von seiner Frau/Schwester Isis (siehe die Hohepriesterin) zusammengesetzt und wiederbelebt wurde, nachdem er von seinem Widersacher Seth in viele Teile zerrissen wurde.

Nach Meinung der Orphiker konnte man durch Reinigung und Initiationen das titanische Element, das gegen die (neue) göttliche Ordnung (von Zeus) rebelliert, verlieren. Allerdings ist dies mit Vorsicht zu geniessen, denn das titanische rührt aus einer matriarchalen Zeit, das „göttliche“ entstand im Zusammenhang mit dem Patriarchat. Chaotisch-rebellisch ist das Titanische daher vor allem in den Augen der Patriarchen, was nicht unbedingt der Weisheit letzter Schuss sein muss. Der Mensch, als auch Dionysos, haben beide titanische und „göttliche“ Anteile, die von einer höheren Warte aus betrachtet zusammengehören. Man kann weder das eine, noch das andere unterdrücken, das führt nicht zu einem integren, souveränen Menschen. Erst die Anerkennung und Integration der rebellischen, als auch der ordnungsstiftenden Elemente führt zum höheren Selbst. Die Ordnung als Selbstzweck führt nicht zum göttlichen Selbst.

Uranus, der ja eine so große Rolle in diesem Neumondhoroskop spielt, müssen wir unter diesem Gesichtspunkt noch einmal mythologisch betrachten: er ist ein Titan! Er hat seine Kinder getötet, damit sie nicht seinen Thron übernehmen konnten. Kronos (Saturn), einer seiner Söhne, hat ihm dieses Handwerk gelegt und ihm die Genitalien abgeschnitten und ins Meer geworfen, woraus Aphrodite (Venus) entstanden ist, eine der ersten olympischen Götter.  Kronos/Saturn selbst wurde von Uranus verflucht, dass ihm dasselbe Schicksal passieren möge: dass seine Kinder ihn entmachten. Kronos frass daraufhin seine Kinder, die neuen olympischen Götter Hera, Demeter (Ceres), Hestia, Hades (Pluto) und Poseidon (Neptun). Ihr Bruder Zeus war in der Lage, den Vater Kronos zu überlisten und ihn zu zwingen, die Geschwister wieder auszuspucken, um sich dann mit ihnen auf dem

Erinnyen

Olymp als mächtigster Gott zu inthronisieren. Gaia, Uranos Frau war über die Tötung ihrer Kinder übrigens so wütend, dass die Erynnien, ihre Töchter, jeden Verstoß gegen das Mutterrecht schrecklich rächten und die Verbrecher in Raserei und Wahnsinn trieben.

Wenn das Uranus-Quadrat hier also gegen den von Saturn/Kronos beherrschten Neumond im Steinbock rebelliert, machen sich ältere, tiefere Seelenanteile bemerkbar, die berücksichtigt werden wollen. Instinkt, Emotion, Gefühle, Lust und Leidenschaft und Kreativität dürfen nicht einer innerlich toten, äußeren Pflicht und/oder Ordnung geopfert werden, sondern müssen gehört und integriert werden können. Kreativität und Verpflichtung zusammen bringen die größten Fortschritte und die Künste zu ungeahnter Blüte.

Wie eingangs erwähnt haben wir nun eine Periode von einigen Wochen (bis März 2018), in der alle Planeten direkt laufen. Nach einer Zeit der Zweifel, der inneren Verhaftungen, Zerrissenheit und Blockaden ist jetzt eine gute Zeit um nach vorn zu schauen, alle widerstreitenden Kräfte zu respektieren, zu integrieren und mit erneut ins Visier genommenen Zielen weiter voranzuschreiten.

Auf politischer Ebene haben gerade die Sondierungen für eine weitere GroKo begonnen, man kann erwarten, dass das zu einem bekräftigten Versprechen führen wird…

Werden die unterdrückten Anteile allerdings weiterhin missachtet, können sie sich durch schreckliche Wutausbrüche und (selbst-)gerechten Zorn Bahn brechen und alles zu zerstören drohen. Genie und Wahnsinn liegen ja bekanntlich nah beieinander.


Je nachdem, in welchen Häusern des eigenen Horoskops sich die Neumondplaneten bewegen, wird die Zeitqualität mehr oder weniger Einfluss auf das eigene Leben haben. Hier einige Beispiele, vielleicht passt es ja für die eine oder den anderen:

Findet dieser Neumond zum Beispiel auf dem Deszendenten statt, befinden sich Mars und Jupiter in Haus 5 und Uranus in Haus 10. Hier manifestiert sich der Konflikt in der Partnerschaft, wobei es sich dabei durchaus um eine geschäftliche Partnerschaft handeln kann, denn Uranus aus dem Berufshaus 10 trifft auf den Neumond in dessen Zeichen Steinbock. Obwohl Mars und Jupiter in Haus 5 auf eine Liebesaffäre hindeuten, kann es aber genauso gut sein, dass man sein Hobby zum Beruf gemacht hat, und deshalb Mühe hätte, diesen aufzugeben, auch wenn es Schwierigkeiten und Limitierungen (Bosse) gibt, die schwer zu ertragen sind, und die Freiheit (ganz ohne Job oder als freier Mitarbeiter) noch so lockt. Man hat, zunächst einmal sich selbst und dann aber auch den Kollegen, ein Versprechen gegeben, sich und seine Kreativität einzubringen. Dieses Versprechen wird vermutlich, zumindest für eine weitere überschaubare Periode erneuert, zumindest solange, wie man tatsächlich seine Kreativität einbringen kann. Sollte das eines Tages nicht mehr der Fall sein, stellt sich die Frage gar nicht mehr, bzw. muss umformuliert werden.

Befindet sich der Neumond in Haus 4, Mars/Jupiter in Haus 2 und Uranus in Haus 4 kann es zu Problemen mit der Finanzierung des eigenen Hauses kommen. Uranus in Haus 8, das Haus des Geldes anderer Leute, also auch der Kredite, kann zu einer Umstrukturierung der Finanzierung führen, zu einem neuen Tilgungsplan oder eventuell dazu, eine Hypothek aufzunehmen, um Wohlstand und Eigentum (Haus 2 und 4) zu erhalten. So gesehen auch ein erneutes, bekräftigtes Versprechen um einen Zustand zu erhalten.

Steht der Neumond in Haus 8, Mars/Jupiter in Haus 5 und Uranus in Haus 11 könnten sich ähnliche Fragen stellen, wie im ersten Fall. Auch Haus 8 ist eine Art Verbindlichkeit, die man eingegangen ist, um seine Existenz zu sichern. Auch hier spielt die eigene Kreativität, die man einbringt in die Verbindung, eine Rolle, allerdings kommt die Erneuerung nicht aus dem Berufshaus 10, sondern aus dem Haus der Gesellschaft. Gesellschaftliche Emanzipation macht Uranus hier zum Thema, Befreiung aus dem selbstgewählten gesellschaftlichen Umfeld, aus der Wahlfamilie, die zu eng oder zu kontrollierend geworden ist. Oder schon immer war, aber das war der Preis (Haus 8) für das persönliche und kreative Überleben. Oder, wenn man Kinder hat, auch für deren Entwicklungschancen. Noch ist es also nicht soweit, die Bindung zu lösen, für eine weitere Periode wird der Pakt mit der Wahlfamilie verlängert.

Neumond in Haus 10, Mars/Jupiter in Haus 7 und Uranus in Haus 12: hier haben wir es wieder mit einer beruflichen Beziehung zu tun. Allerdings ist es hier eher so, dass der Beruf eine Beziehung überhaupt erst ermöglicht, die es andernfalls vielleicht gar nicht geben würde. Das berufliche Verhältnis wurde vielleicht noch nicht in eine persönliche Beziehung überführt, was vielleicht auch gut so ist, denn sonst geraten die Dinge gern einmal durcheinander. Man arbeitet gut und fruchtbringend zusammen, und das sollte sich, vorerst jedenfalls, nicht ändern, auch wenn Uranus in Haus 4 eine heimliche Affäre vorschlägt. Wenn dazu auch noch Chiron im 12. Haus steht, kann es sein, dass es sich um eine heimliche Verliebtheit handelt, die sich die Beteiligten bisher noch nicht einmal selbst eingestanden haben. Es kann aber auch sein, dass man einfach eine telepathische Beziehung zueinander hat, wortloses Verständnis, dass für die Zusammenarbeit perfekt ist. Uranus und Chiron in Haus 12, da kann man schnell einmal die Orientierung verlieren, was für eine Beziehung man nun eigentlich zueinander hat…

Die Zahl der möglichen Kombinationen ist unendlich, schon gar, wenn durch das Neumondhoroskop auch noch Radixplaneten angesprochen werden. Ich überlasse es eurer Kreativität!


Die Bedeutung dieser Haka ist: Sei dir treu, die Antwort ist immer in dir selbst. Krieger und Kriegerinnen des Herzens:

In Anlehnung an die dionysischen Feiern könnte man es vielleicht mit der Bewegungsmeditation versuchen, zur Originalmusik von Georg Deuter. Meditation führt zur inneren Mitte, aus der heraus man bekanntlich die besten Entscheidungen treffen kann:

Und hier ein schöner, türkischer Sufi-Tanz:

 

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