Waage-Neumond im September 2022 – Krieg und Frieden

Die neue Mondphase beginnt mit den Neumond in der Waage am 25. September 2022.

Im Horoskop sieht man eine starke Konzentration von Planeten um den Neumond: Venus und Merkur stehen nahe dabei, allerdings noch in der Jungfrau. Und gegenüber befinden sich Jupiter und auch Neptun.

Das allein deutet schon auf eine Art Lupeneffekt hin, genaues Beobachten, aus einer Mücke einen Elefanten machen, ohne die Ereignisse schon einordnen zu können. Oder mit sehr ungewissem Ausgang.

Durch Neumond und Jupiter wird die Opposition der Tierkreiszeichen Widder und Waage aktiviert. Krieg und Frieden möchte man meinen. Oder der konzentrierte Versuch, durch Diplomatie noch zu einer Einigung zu kommen, während die Zeichen auf Sturm und Chaos (Fische-Neptun) stehen.

Im besseren Falle sorgt Neptun aber auch für ein Erwachen aus dem Nebel. Dann würde durch Widder-Jupiter mit einem Ruck die Decke der Unbewusstheit weggezogen. Oder das Gegenteil passiert, es werden Nebelbomben gezündet, um genau das zu vermeiden.

Das Trigon zu Pluto gibt eine große Portion Leidenschaftlichkeit dazu, aber auch Besessenheit bis hin zur fixen Idee.

Saturn und Uranus erreichen gerade ein letztes Mal ihre größtmögliche Nähe zu ihrem Quadrat. Das war im letzten Jahr mehrfach exakt, da wurde enorme Spannung aufgebaut, konnte sich aber noch nicht richtig lösen. Es war eine andauernde Pattsituation mit vielen kleinen Eruptionen, die aber das Blatt nie ganz gewendet haben. Jetzt werden die beiden voneinander ablassen und es könnte Bewegung ins Spiel kommen. Jetzt könnte der Sturm losbrechen, der die ganze Zeit zurückgehalten wurde, weil sich nun ein Ventil findet.

Dass es sich in der kommenden Mondphase um einen Game-Changer handelt, wird auch dadurch deutlich, dass der Neumond fast genau auf dem supergalaktischen Zentrum M87 steht (1°14′ Waage). Das ist das Zentrum aller Gaxien, nicht nur unserer eigenen. Es ist dort ein schwarzes Loch, aus dem alles geboren wurde, in das am Ende alles wieder zurückfällt. Die große Leere, the big void, könnte man sagen. Sie hat eine enorme Anziehung, eine riesige Sehnsucht wird durch sie gekennzeichnet. Wer dort persönliche Planeten hat, wird sie kennen, diese unstillbare Sehnsucht. Jede Art Suchtverhalten kann man dort verorten. Dort, wo aber auch die große, nie versiegende Quelle allen Seins zu finden ist. Im Idealfall kann man sie anzapfen und von dort die besten Inspirationen bekommen. Auf persönlicher Ebene ist dies die innere Stimme, das Selbst, das zu einem spricht, wenn man es im Lärm des Alltags und im Außen hören kann. Solange man durch Erziehung und Gesellschaft von sich selbst entfremdet ist, kann man sie nicht hören. Genau dann entwickelt sich aber auch diese unstillbare Sehnsucht danach, ohne überhaupt zu wissen was man eigentlich sucht. Die Suche nach sich selbst. Kein Seelenpartner, kein Wohlverhalten und keine Droge kann dorthin führen.

Man kann sich diesen inneren Ort entweder als einen reissenden Strudel vorstellen, der alles verschlingt, in dem alles verschwindet, den man füttert, mit Beziehungen, Errungenschaften oder Besitz, ohne dass man je satt würde. Wenn man diesen Ort in sich gefunden hat, macht man am besten einen Zaun darum, damit nicht noch mehr hineinfällt. Und dann mache man sich auf die Suche nach der Quelle, die genau an dieser Stelle normalerweise sprudeln sollte, voller Inspration und Kreativität – dann wenn man sich selbst erkannt und angenommen hat.

Philip Sedgwick hat einen sehr schönen Artikel darüber geschrieben. Er sagt, die große Leere empfinde man nicht deshalb, weil im eigenen Inneren nichts ist, sondern weil dort lauter fremde Vorstellungen, Glaubenssätze und Ansprüche anderer Menschen ihr Unwesen treiben und von der Selbstbegegnung abhalten. Die Aufgabe sei es, diese Fremdbestimmer zu erkennen und in allem Frieden hinauszubitten: ihr dürft jetzt gehen. (Man erinnere sich an den Pomona-Neumond im letzten Monat!). Nachdem man hinter ihnen die Tür geschlossen habe, solle man sich eine Tür inmitten eines Gartens, des eigenen inneren Gartens, vorstellen, einen Türrahmen, der einfach ohne Wand dort steht. Diese Tür solle man öffnen um sich dort selbst zu begegnen. Eine tolle Visualisierung. Soll doch draußen die Welt im Chaos versinken und Purzelbäume schlagen, im eigenen inneren ist Frieden. Im Übrigen ist genau das auch die Voraussetzung für äußeren Frieden! Nur wenn jeder einzelne mit sich selbst im Frieden ist, lässt er auch von den anderen ab, sucht keine Schuldigen und keine Sündenböcke mehr, und zack! Frieden auf der Welt!

Auf mundaner Ebene könnte man also auch eine solche Befreiung der Menschen von falschen Narrativen erwarten, oder eben große Nebelbomben, um genau dieses Selbstverständnis, diese Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zu verhindern.

Das supergalaktische Zentrum steht mundan daher auch für einen Ort oder ein Ereignis, auf das alle Blicke gerichtet sind. Die gesamte Aufmerksamkeitsenergie ist davon gebannt. Wie das Kaninchen, das auf die Schlange starrt.

Aktuell dürften das die Referenden sein, die in diesen Tagen im Donbass abgehalten werden, und die möglichen neuen militärischen Strategien Russlands und der NATO, die sich daraus ergeben werden. Es wird die Welt verändern, so oder so.

Ein wenig Hoffnung gibt der Asteroid Iris, der zwischen der Ansammlung der Neumond-Planeten auf 0° Waage steht. Gerade am Anfang eines Zeichens sind seine Qualitäten besonders stark.

Iris ist die geflügelte griechische Götterbotin, die gerade in Kriegszeiten Botschaften vom Olymp am die Kriegstreibenden überbracht hat. Nicht immer, aber in den meisten Fällen ging es darum, Frieden zu bringen. Ihr Pfad vom Himmel zur Erde war der Regenbogen.

Oder, wenn es Streit gar unter den Göttern gab, holte Iris einen Becher mit Wasser aus dem Unterweltsfluss Styx, auf den die Götter dann einen Eid schwören mussten, damit sie auch wirklich die Wahrheit sagen.

Diese Götter des Olymps, die ja sehr menschliche Eigenschaften hatten, eifersüchtig und ständig auch miteinander in Machtkämpfe verwickelt waren, kann man mit heutigen Staatenlenkern oder, noch besser, mit dahinterstehenden noch größeren, wirtschaftlichen Interessen, Oligarchen, multinationalen Konzerngruppen, wirtschaftlichen Zusammenschlüssen wie den G7, den G20, dem WEF, den BRICS-Staaten oder der Shanghai-Gruppe assoziieren. Auf dieser Ebene erleben wir zur Zeit große Umwälzungen und eine Neuverteilung der Einflusssphären, Interessen und auch der Paradigmen und Narrative. Von der amerikanisch dominierten Hegemonie hin zu einer multipolaren Welt. Das geht nicht ohne Krisen und Streit. Jedenfalls nicht, solange nicht jeder vor seiner eigenen Tür kehrt, sich selbst in seinem eigenen inneren Garten begegnet, um dann auf Augenhöhe – und wahrhaftig – den anderen zu begegnen. Ohne Schuldzuweisung, ohne überzogene Ansprüche aneinander.

Interessant im Neumondhoroskop ist weiterhin, dass das Stellium von Mond, Sonne, Merkur und Venus Ende Jungfrau und Anfang Waage von den drei Liebes-Asteroiden begleitet werden: von Eros, Amor und Cupido. Die drei sind quasi Synonyme aus dem Griechischen und Römischen. Wen Amors Pfeil trifft, der wird ab sofort von Sehnsucht nach seinem neuen Objekt der Begierde getrieben…

Iris ist in einigen Erzählungen die Mutter von Eros, und auch von Pothos. Während an anderer Stelle Eros und Himeros zusammen mit Aphrodite (Venus) auftauchen, als deren Söhne oder Begleiter. Laut Plato steht Pothos für die Sehnsucht nach etwas Abwesendem, Eros und Himeros stehen für die Sehnsucht nach etwas oder jemand Anwesendem. Himeros steht dabei für eine aus dem Menschen selbst heraus geborene Sehnsucht, während Eros erst durch ein Objekt der Begierde aufgelöst wird.

Alle drei zusammen stehen für Kräfte, die im Menschen Leidenschaft auslösen können. Diese Leidenschaft muss sich nicht auf einen Partner oder auf ein Objekt beziehen, es kann sich dabei auch um eine Aufgabe handeln, die man man mit Hingabe und Leidenschaft verfolgt. Zusammen mit dem supergalaktischen Zentrum also eine unstillbare Sehnsuchtskombination! Oder eben auch eine unbändige Leidenschaft für ein ganz spezielles Thema, von dem man nicht ablassen will, für das man all seine Kraft, Intuition, Inspiration einsetzt. Vielleicht auch ein Ziel, dass es nur in der eigenen Einbildung gibt (Opposition zum Fische-Neptun), oder das aus irgendwelchen Gründen verlockender und begehrenswerter scheint, als es ist (Jupiter in Opposition als Lupe und Verstärker der Leidenschaft). „Haben wollen“ in Hochpotenz.


Das sabische Symbol für den Neumond heisst:  „Das Heraufdämmern eines neuen Tages – alles ist gewandelt„. Auch das supergalaktische Zentrum wandert, zwar sehr langsam, aber dennoch. Es befindet sich zur Zeit auf dem Tierkreisgrad mit dem Symbol „Das Licht der sechsten Wurzelrasse (vgl. Theosophie) wird in das der siebten überführt“ . Starke Anzeichen für eine grundlegende Veränderung – tatsächlich sogar zum Guten, zu einem erhöhten Bewusstsein.

Das Praktische und zugleich Schwierige an Horoskopen ist ja, dass sie immer ein Spektrum an Möglichkeiten auffächern, innerhalb derer man sich selbst – oder die Welt sich – wiederfinden kann. Und man hat auch die Wahl, in welche Richtung man selbst den nächsten Schritt setzt. In diesem Fall kann man sich nach innen richten und mit aller Leidenschaft aus sich selbst heraus schöpfen, oder aber man sucht mit Macht nach dem Seelenpartner (oder irgendeinem anderen Objekt) im Aussen und verliert sich selbst dabei ganz aus den Augen. Die Götterbotin Iris kann uns im ersten Fall dabei helfen, uns auf unser höheres Selbst zurückzubesinnen, im zweiten Fall hätte sie alle Hände voll zu tun, zu vermitteln und zu schlichten…

Die Tageskarten für den Neumond sind der Kaiser, der Tod und der Narr.

Hier sieht man, wie sehr es um Leben und Tod geht. Um Leidenschaft und auch um rücksichtslose Durchsetzung. Der Kaiser kann einer Sache dienen und für eigene innere Souveränität und Unabhängigkeit stehen, er kann aber auch rücksichtslose Durchsetzung bedeuten. Der Tod steht für das Ende einer Periode, aber auch für eine vollkommene Hingabe an eine Sache, am besten an die (allumfassende) Liebe, so dass man am Ende als ganz neuer Mensch wieder aufersteht, weil man für das Neue ja etwas Altes hinter sich gelassen hat, hat sterben lassen. Der Phönix erhebt sich aus der Asche. Und der Narr hat schon alles Alte, Begrenzende hinter sich gelassen und geht, ganz unbelastet von altem Ballast, neuen, noch unbekannten Zielen entgegen – voller Gottvertrauen, oder eben auch voller Vertrauen in sich selbst, in die eigenen Fähigkeiten, jederzeit auf jede neue Situation reagieren zu können. Am besten lässt man selbst los, was nicht mehr zu halten ist, bevor jemand anderer – oder das Schicksal – es gewaltsam entreissen. Diesen Schmerz kann man sich ersparen. Wenn man kann…

Je nach Berührungspunkten des Neumondhoroskops mit Planeten oder Achsen des eigenen Horoskops wird man sich irgendwo in dem beschriebenen Spektrum der Möglichkeiten wiederfinden. Der eine lässt leichtherzig alles fahren und stürzt sich in das Neue, der nächste hat Mühe, loszulassen, und leidet oder kämpft, wieder ein anderer fühlt sich befreit oder verfolgt ein neues Ziel mit ungekannter Leidenschaft.   Und auf der Weltbühne können wir nur hoffen, dass Iris es schafft, zu vermitteln, und nicht alles in Rauch aufgeht, sondern sich langsam eine neue Weltordnung etabliert, mit der Betonung auf Ordnung, nach der Zeit des Chaos…

Apropos, das erinnert doch wieder an die Jupiter-Saturn-Konjunktion im Dezember 2020, die Götterdämmerung. Ordo ab chaos.

Durch diesen Tunnel müssen wir alle durch. Am besten schafft man das, wenn man Halt in sich selbst findet, solange draussen alles zerfällt und nach einer Zeit des Chaos irgendwann neu – und hoffentlich viel besser – aufgebaut wird.

Auch so kann man das supergalaktische Zentrum auffassen: es pulsiert. Es expandiert, fällt wieder in sich zusammen, um sich danach wieder neu auszubreiten. So wie die Götterwelt regelmässig hinweggefegt wird – nicht nur die nordische, auch die griechische – , wenn sie es zu weit getrieben haben. Ragnarök oder Typhon und Gaia sorgen dafür. Wir stehen vermutlich mundan an so einem Wende- oder Umkehrpunkt.

Also dann: Augen zu und durch! Du kommst aus dem Nichts und Du gehst zurück ins Nichts, was hast Du also verloren? Nichts! (Zitat aus „Das Leben des Brian“) :-). Und das große Nichts ist vermutlich das grosse Alles. Alles eins. Hast Du jemals etwas so bildschön zusammenbrechen sehen? (Zitat „Alexis Zorbas“)….

Auch tröstlich: das Gleichnis des Rabbi Maurice Lamm über die Zwillinge im Mutterleib, die Angst vor der Geburt haben, die sie als Tod ihrer jetzigen Existenz auffassen. Dabei ist es eine Neugeburt auf einer ganz anderen Ebene…

Wieder andere esoterische Kreise prophezeien heute, dass der nun kommende Übergang für viele Menschen wie eine Nahtoderfahrung wirken wird. Man muss sein altes Leben loslassen und kommt mit erweitertem Blickwinkel und einer neu formulierten Lebensaufgabe zurück auf die Welt…

Vieles ist möglich. Und alles ist im Rückblick immer richtig, kam im richtigen Augenblick am richtigen Ort. Wenn man es zu nehmen weiss. Wer weiss wofür es noch gut ist. Und wenn es Nebelbomben gibt, einfach auf Sicht fahren, Schritt für Schritt…


Mitten ins Herz
Wir müssen dem auf den Zahn fühlen, was aus uns selbst heraus dazu geführt hat, dass die Welt so ist, wie sie ist. Wenn wir hier nicht ansetzen und die Dinge ins Reine bringen, wird es im Außen keinen Frieden geben. Artikel von Kerstin Chavent


Hey Boss! Hast Du jemals gesehen, dass etwa so bildschön zusammenkracht?!:


Tolstois Krieg und Frieden:

Der Roman wurde weltberühmt, weil er wie unter einem Brennglas die Zeit von 1805 bis 1812 aus russischer Sicht in beeindruckender Geschlossenheit darstellt, in Verbindung eines gesellschaftlichen und familiären Erzählstrangs mit dem der Kriegshandlungen, wobei personale Beziehungsgeschichten und Staatsaktionen miteinander wechseln. Diese Handlungen beziehen sich auf ein philosophisches Zentrum: Das Menschen- und Weltbild des Autors. Einmal, im Großen, die vielfältig sich überschneidenden politisch historischen, vom einzelnen Menschen – sogar vom Feldherrn Napoleon – schwer durchschaubaren, wie ein Netz aus Zufällen erscheinenden Kausalketten. Zweitens, im persönlichen Bereich, die Suche nach dem Lebenssinn und der Übereinstimmung mit sich selbst. In diesem Zusammenhang stellt der Autor am Beispiel der Protagonisten Andrej und Marja Bolkonski, Natascha und Nikolai Rostow sowie Sonja und v. a. Pierre Besuchow in seiner Suchwanderung verschiedene Persönlichkeitsstrukturen und Lebensmodelle einander gegenüber. An ihnen und den Kontrastfiguren der Familie Kuragin demonstriert er eine Auseinandersetzung mit einem entkernten, entfremdeten, von gesellschaftlichen Strukturen veräußerlichten Leben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_und_Frieden

Nahtoderfahrungen: da ist mehr, auch wissenschaftlich betrachtet:


Du kommst aus dem Nichts und Du gehst zurück ins Nichts, was hast Du also verloren? Nichts! (Nur für Freunde des schwarzen Humors):

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