2022 – tektonische Plattenverschiebungen

Liebe Blog-Leserinnen und Leser,

ich habe lange nicht geschrieben. Aus Zeitmangel, aber auch, weil sich die Ereignisse überschlagen und mich ständig rechts überholen!

Ich wollte etwas schreiben zu der letzten Venusrückläufigkeit im Steinbock. Sie endete in einem Crescendo einer Konjunktion von Venus, Mars und Pluto. Das roch nach Machtausübung, Gewalt, Vergewaltigung und Krieg. Wer sagt so etwas schon gern voraus? Und dann startete auch pünktlich die russische Spezialoperation in der Ukraine, nachdem alle diplomatischen Bemühungen gescheitert sind (Venus-Schleife im Steinbock).

Die Konsequenzen daraus, die „Sanktionen aus der Hölle“, mit denen sich der Westen selbst die Lebensgrundlage zerstört, führten bis jetzt nicht zum gewünschten Ergebnis. Im Gegenteil, das Ende des Petrodollars, des Globalismus und der US-amerikanischen Vorherrschaft scheint eingeläutet zu sein. In jedem Fall ist das gesamte geopolitische Gefüge vollkommen ins Wanken geraten, und längst nicht so viele Staaten, wie erhofft, schliessen sich den Sanktionen überhaupt an. Am Ende steht die ehemalige Commonwealth – Nordamerika, Europa uns Australien – gegen den Rest der Welt. Und zwei wirtschaftliche Schwergewichte, Russland und China, schliessen sich zusammen. Sicher auch Indien und der Iran. Sie haben dann alles, was sie brauchen: Ressourcen, Fertigung und Knowhow.

Das „Shock and Awe“-Gefühl, als Russland in die Ukraine einfiel, mit allen folgenden, erschreckenden und erschütternden Ereignissen und Reaktionen, erinnert mich an meinen Artikel vom Dezember 2020, zum Jahrhundertereignis der Jupiter-Saturn-Konjunktion im Wassermann. Ich zitiere daraus den Teil über die beteiligten Asteroiden:

Wenn man auf die begleitenden Asteroiden schaut, ergeben sich Hinweise auf die nordische Götterdämmerung und den (Generationen-)Kampf der olympischen Götter (Zeus) gegen die Titanen (Saturn), bzw. gegen Gaia. Der Umbruch – mundan betrachtet – könnte also „biblisches“ Ausmass annehmen.

Wie ich darauf komme? In vier Schritten….

  1. Bei Jupiter und Saturn steht der Asteroid Mockturtle. Benannt nach dem chimärischen Wesen aus Alice im Wunderland. Mockturtle ist halb Schildkröte und halb Kalb. Benannt nach der Mockturtle-Suppe, die wie Schildkrötensuppe schmecken soll, aber aus Kalbfleisch hergestellt wird. Mockturtle ist also zur Hälfte ein Wasser- und zur anderen Hälfte ein Landwesen. Er zeichnet sich in der Geschichte durch seine Melancholie aus, und den Blick zurück in seine (mehr als merkwürdige) Vergangenheit.
  2. Die Konjunktion findet zwar im Tierkreiszeichen Wassermann statt, tatsächlich (siderisch) befindet sie sich aber im Sternbild Steinbock. Das Sternbild stellt wiederum einen Ziegenfisch dar, halb Fisch halb gehörnter Ziegenbock. Wieder ein Wesen das halb im Wasser, halb an Land zuhause ist.
  3. Woher kommt dieser Ziegenfisch? Gaia schickte eines Tages ihren Sohn Typhon, um die olympischen Götter das Fürchten zu lehren. Die hatten sich die Erde auf eine Weise untertan gemacht, die Gaia so nun nicht mehr tolerieren wollte. Typhon war von erschreckender Gestalt und verängstigte die Olympier mit seinem Gebrüll so sehr, dass sie bis nach Ägypten flüchteten und sich dort in Tiergestalt versteckten. Pan stand mitten im Nil und war halb Fisch, halb Ziegenbock. Nur Athene hatte keine Angst und amüsierte ich königlich….
    Die Asteroiden Gaia und Typhon stehen zusammen im Quintil zu Jupiter und Saturn (Zeus und Kronos). So erschreckend die Vertreibung vom Olymp auch im ersten Moment sein mag, sie ist gut gemeint…
  4. Die Sonnenfinsternis am 14. Dezember wurde von dem Asteroiden Hel begleitet. Hel ist die Göttin der Unterwelt in der nordischen Mythologie. Sie ist halb lebend und halb blau und tot. Ihre Geschwister sind der feuerspeiende Fenriswolf, eine Sumpfkreatur, und die Midgardschlange, die im Meer lebt und sowohl Gift speit als auch für Überschwemmungen sorgen kann. All dies passiert anlässlich der Götterdämmerung. Odin und Thor werden von ihnen getötet und die Welt, wie sie bis dahin bestand, in Schutt und Asche gelegt. Das neu entstandene Gleichgewicht aus Chaos und neuer Ordnung ermöglicht es dem wiedergeborenen Odin, von Neuem anzufangen. Alles Böse bessert sich nun.

Zeus bekommt am Ende Hilfe von verschiedenen weiteren Kreaturen Gaias und kann Typhon besiegen, indem er ihn unter dem Vulkan Ätna begräbt.  Zeus‘ Herrschaft dürfte danach erneuert und geläutert sein, so wie die des wiedergeborenen Odins.

Hier wurden viele Menschen also aus ihrer Illusion gerissen (wie Mockturtle, der nur Unsinn in der Schule gelernt hatte und in einer wirr melancholischen, rückwärts gerichteten Scheinwelt lebt!). Und wir erleben nun tektonische Plattenverschiebungen geopolitischer, wirtschaftlicher, finanzieller Art.

Besonders Russland, dass sich lange diplomatisch gegen die westliche Einmischung und Vereinnahmungsversuche gewehrt hatte (Präsident Biden will noch heute, dass Putin geht), ist nun der Kragen geplatzt, wie Gaia, die befand, dass man so vergewaltigend nicht mit der Erde umgehen kann. Die olympischen Götter (= der westliche Hegemonieanspruch) haben mit der NATO-Osterweiterung und der Instrumentalisierung des Ukraine/Donbass-Konflikts gegen Russland den Bogen überspannt. Nun gibt Putin den Typhon, der unter seinem Vulkan erwacht und die Olympier – den Westen – in Angst und Schrecken versetzt.

Der Großteil der westlichen Bevölkerung versteht leider die Zusammenhänge und die geschichtlichen Wurzeln des Konflikts nicht und schlafwandelt mit Asow-Flaggen von Kaufland und „Heil Ukraine“-Rufen umher, verlangt nach mehr Waffen und zum Verheizen der Ukrainer bis zum militärischen Sieg, obwohl dieser Krieg von Anfang an verloren war. Eine diplomatische, neutrale Ukraine zwischen der NATO und Russland wäre die Lösung gewesen, nicht, sie gegen Russland in Stellung zu bringen. Diese Schlafwandelei, wie Mockturtle, wird vermutlich noch erschüttert, wenn die Konsequenzen der Sanktionen auf uns im Westen herniedergehen. Inflation, Mangelwirtschaft, Arbeitslosigkeit stehen schon in der Tür, während sich die russische Wirtschaft gut hält, der Petro-Rubel aus der Taufe gehoben wird, und sich frühere Verbündete, wie die Saudis, vom Westen abwenden. Man hält sich aber noch die Augen zu und wiederholt das ewig alte Mantra-Narrativ „Wir sind die Guten!“ – obwohl „wir“ Vietnam, den Irak, Lybien, Afghanistan, Jugoslawien, Syrien flächendeckend und teilweise in die Steinzeit zurückgebombt und Massenvernichtungswaffen sowie Uranmunition eingesetzt haben.

Ich bin gespannt, was noch alles passieren wird.

Im Juli kommen Uranus, Mars und der Mondknoten im Stier zusammen, so dicht, wie zu unserer überblickbaren Zeit noch nie. Das sind tektonische Plattenverschiebungen, finanzieller und geopolitischer Art. Könnte aber auch eine ganz neue Waffenkategorie sein, die ein Gamechanger wird, ob tatsächlich oder nur als Drohung eingesetzt. Oder der erste Atomkrieg, ob nun flächendeckend oder partiell. Oder die tektonischen Plattenverschiebungen, die unter der Androhung solcher Möglichkeiten passieren, was vorher nicht möglich gewesen wäre. Ende des Petrodollars ganz gewiss (Petro, Öl, Ressourcen, Geld=Stier)

Man darf nicht vergessen, dass auch noch ein weiterer Krisenherd schwelt: Taiwan. Die USA führen einen wirtschaftlichen Vielfrontenkrieg, der, wenn der Verlierer erst einmal mit dem Rücken zur Wand steht, in einen Krieg mit Waffengewalt ausarten kann. Kriege wurden oft geführt, wenn ein Wirtschafts- oder Finanzsystem am Ende war, um auch den letzten Rest noch zu zerstören, die Schuld auf irgendjemand anderen schieben zu können, und aus dem Chaos ein neues System mit einem Wirtschaftswunder auferstehen zu lassen.

Was auch noch kurzfristig spannend werden könnte ist die Wahl in Frankreich. Die Mai-Mondfinsternis wird von den Asteroiden Lutetia (Paris) und Alsatia (Elsass) begleitet. Im Quadrat zu Saturn und der biblischen Esther. Auch eine interessante Geschichte:

Die biblische Erzählung im Buch Ester beschreibt die Umkehrung eines geplanten Genozids (Völkermord) an den Juden im persischen Reich: Der König und sein Hofstaat fühlen sich durch das ungehorsame Verhalten der Königin Waschti beleidigt. Waschti wird vom Hof gewiesen. Es werden Jungfrauen ausgewählt, aus denen eine neue Königin ausgesucht werden soll. Die jüdische Waise Ester, die nach dem Tod ihres Vaters Abihajil von ihrem Cousin Mordechai aufgezogen wird, wird ebenfalls als mögliche Königin in den Palast gebracht. Sie wird durch ihre Anmut zur neuen Frau des persischen Königs Ahasveros, verheimlicht aber ihre jüdische Abstammung, wie es ihr Mordechai befohlen hat. Mordechai hat einen Posten am Tor des königlichen Palastes. Dabei belauscht er zufällig die Leibwächter des Königs, die planen, diesen zu ermorden. Er warnt mit Esters Hilfe den König und erwirbt so dessen Gunst.

Mordechai ist dem höchsten Regierungsbeamten Haman allerdings ein Dorn im Auge, da er sich weigert, sich vor ihm zu verbeugen. Haman wird „Agagiter“ genannt und damit wohl als Nachkomme der Amalekiter bezeichnet (vgl. Agag), eines Israel gegenüber bereits seit dem Exodus feindlich gesinnten Volkes. Aus Wut über Mordechai nutzt Haman das Vertrauen des Königs aus und überzeugt ihn, das jüdische Volk im persischen Reich zu vernichten, da es angeblich mit seinen Riten und Gesetzen nicht zu den anderen Völkern passe. Mit königlichem Siegel wird im ganzen Reich verkündet, dass am 13. Tag des 12. Monats (Adar) die jüdische Bevölkerung samt ihren Kindern vogelfrei sei und vernichtet werden dürfe.

Ester erfährt, dass Mordechai, in Trauerkleider gehüllt, mitten in Susa, einer der drei Residenzstädte Persiens, über die kommende Katastrophe wehklagt. Sie sendet Boten zu ihm, um den Grund zu erfahren. Mordechai fordert sie auf, sich für ihr Volk beim Großkönig einzusetzen. Da das Hofprotokoll bei unerlaubtem Erscheinen vor dem König die Todesstrafe vorsieht, zögert sie zunächst, nimmt aber dann das Risiko auf sich. Der König ist gnädig, hört sich Esters Geschichte an und erkennt, dass Haman sein Vertrauen missbraucht hat. Er will nicht zulassen, dass das Volk des Mannes, der ihn einst vor dem Tode bewahrt hat, in seinem Namen vernichtet werden soll. Umgehend wird Haman an den Galgen gehängt, den er für Mordechai aufstellen ließ.

Das erste königliche Dekret kann aber nicht zurückgenommen werden, auch nicht vom König selbst. Ester und Mordechai, mittlerweile mit königlichem Siegel bevollmächtigt, erlassen deshalb ein zweites Dekret, das den Juden gestattet, an demselben 13. Adar selbst für ihr Leben zu kämpfen und nun ihrerseits ihre Feinde zu vernichten. Diese Nachricht sorgt, im Gegensatz zum vorangegangenen Dekret Hamans, in Susa für Freude und Jubel. Auf Anweisung Mordechais versammeln sich die Juden in allen Städten und töten ihre Feinde mit dem Schwert. Durch das zweite Dekret eingeschüchtert, wagt niemand mehr, das Dekret Hamans zu befolgen und sich den Juden entgegenzustellen. Aus Furcht bekennen sich viele Nichtjuden sogar zum Judentum (Est 8,17 EU) – oder „gaben sich als Juden aus“ (letzteres entspricht dem hebräischen Text besser).

Am 13. Adar werden in Susa 500 Männer, die zehn Söhne Hamans und in allen 127 Provinzen 75.000 andere Männer getötet. Ester bittet den König, die Geltung des Edikts in Susa um einen Tag zu verlängern, daraufhin werden in Susa am 14. Adar weitere 300 Männer getötet. So wird aus dem geplanten Genozid an den Juden ein Massenmord an den Feinden der Juden. Der Text hebt hervor, dass die Juden sich nicht am Vermögen der getöteten Feinde bereicherten. Es ist auch nicht die Rede von der Tötung von Frauen und Kindern. Beides war im ersten Dekret gegen die Juden vorgesehen. Angesichts der damaligen Gesamtbevölkerung erscheint diese Menschenmenge dennoch sehr groß.

Zur Erinnerung an ihre Rettung durch Ester feiern die Juden das Purimfest. Purim (Plural von hebr. pur) bedeutet „Lose“. Haman habe ein Losorakel konsultiert, um den Zeitpunkt der Judenvernichtung zu ermitteln. Das Orakel erfüllte sich aber in gegenteiliger Form.

Die Gestalt der Ester erscheint auch in bildlichen Darstellungen der Neun Guten Heldinnen, sie ist in dieser ikonografischen Reihe eine Vertreterin des Judentums.

Wikipedia

Ich interpretiere mal nichts hinein, weil man so schlecht von Status quo hochrechnen kann, wenn dann doch noch ganz andere Würfel fallen. Mir scheint jedoch, dass die Dinge sich wenden, zugunsten einer unterdrückten Minderheit, wer auch immer die ist…

Ich hoffe, diese wenigen Einblicke bringen etwas Licht ins Dunkel, auch wenn viele „Mockturtles“ ein Problem mit der Realität haben werden, wie auch schon bei der Corona-Geschichte – obwohl die, durch die Aufdeckung der Biowaffenlabore in der Ukraine und das geradezu hysterische Verhalten Chinas, gerade wieder in Shanghai, noch einen ganz anderen Spin erhält. Aber warten wir ab.

Man könnte noch viel tiefer und detailreicher in die Geopolitik, Militärstrategien und Wirtschaft einsteigen, aber das darf sich jeder selbst anlesen, es gibt genügend unabhängige Medien.

Ich hoffe jedoch, dass das alles am Ende eine gute Wendung nehmen wird, so wie der wiedergeborene Odin die Dinge zum Besseren wenden kann. Ordo ab Chaos, eine neue – multipolare – Weltordnung ist wohl nicht mehr zu verhindern und könnte die Dinge langfristig zum Besseren wenden…

Jeder Einzelne kann in diesen Zeiten nur auf seinen eigenen inneren Kompass vertrauen, seine Fähigkeiten, auf geänderte Situationen reagieren zu können, und auch darauf, dass die Welt nicht endet, auch wenn sie zusammenzubrechen scheint. Aus dem Schlafwandel zu erwachen und der Realität ins Auge zu sehen ist schwer, aber machbar. Keine Angst vor dem Verlust der alten Peergroup, es werden sich neue finden. Und wer partout weiter schlafwandeln möchte, für den wird es dann einmal ein neues Narrativ geben, dem er oder sie folgen darf. Die Welt dreht sich weiter…

Alles Gute euch, Augen zu und durch! 🙂


Ein interessanter Artikel von Norbert Häring. Überhaupt ein interessanter Blog:
Wie die künftige internationale Geldordnung aussehen könnte und was das für den Euro bedeuten würde


Deine Meinung ist willkommen!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s